Landkreis Cham Landkreis Cham

Der GIS-Bedarf im Landkreis Cham

Die Kommunen zählen zu den Pionieren der GIS-Entwicklung in Deutschland. Zahlreiche Großstädte und Stadtwerke haben bereits Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre mit dem Aufbau kommunaler Geo-Informationssysteme begonnen und so der GIS-Entwicklung wertvolle Impulse verliehen. Heute wird die GIS-Technolgie auch in kleineren Städten, Landkreisen, Gemeinden und kommunalen Zweckverbänden eingesetzt. Auch für den Landkreis Cham ist der Einsatz von GIS-Technologien längst notwendig geworden.

1. Prämissen

Das Leitbild für die Verwaltung des Landratsamtes Cham hat einen frühzeitigen Einstieg in die GIS-Technologie nahe gelegt. Hierin wurde u.a. gefordert:

  • Nutzung moderner IuK-Technologien
  • Das Landratsamt, ein modernes Dienstleistungsunternehmen
  • Optimierung der Effizienz und Qualität
  • Hochwertige IT-Arbeitsplatzausstattungen
  • Erleichterung der täglichen Arbeit der Mitarbeiter

Ferner legt das Landratsamt Cham bei eGovernment-Projekten zur Optimierung der kommunalen Organisationsstrukturen grundsätzlich auf interkommunale Gesamtkonzepte wert. Dieser Ansatz wird bereits seit der Einführung des Kommunalen Behördennetzes (KomBN) 1998 mit Nachdruck verfolgt.

2. Zielsetzung

Die Einführung des IkGIS-Cham sollte auf die Optimierung der Geschäftsprozesse für und zwischen Landratsamt und Gemeinden bzw. anderen Behörden zielen. Zudem sollte das System der besseren Darstellung der Kommunalverwaltungen gegenüber dem Bürger und der Kommunikation mit diesem dienen.

3. Konzeption und Realisierung

a) Die Kooperationslösung als Schlüssel zum Erfolg

Im Landkreis Cham wird eine flächendeckende Kooperationslösung als der "Schlüssel zum Erfolg" für GIS in Gemeinden und Landkreisen angesehen.


(Mögliche Betriebsmodelle zur GIS-Einführung in Kommunen)

b) Dynamischen Stufenkonzept

Es finden mehrere individuelle Stufen-Ansätze anwendung. Dabei übernimmt der Landkreis neben klassischen Beratungsfunktionen auch folgende Aufgabenbereiche:

  1. Der Landkreis ist GeoBasisdaten-Dienstleister 
    (Daten-Servicestelle)
  2. Der Landkreis ist GeoFachdaten und -Fachanwendungs-Dienstleister für externe Datenbestände
    (Daten-Servicestelle)
  3. Der Landkreis ist GeoFachdaten und -Fachanwendungs-Dienstleister für kommunale Datenbestände
    (GIS-Servicestelle)
  4. Der Landkreis ist Koordinator für GIS-Dienstleistungen und -Projekte
    (GIS-Clearingstelle)

Dieses interkommunale System sorgt dafür, dass die wertvollen GeoDaten zum Landkreis Cham von allen Beteiligten sinnvoll und effizient genutzt werden können. Der Landkreis unterstützt dabei Kooperationen mit den bereits vor Ort tätigen Ingenieurbüros und hilft bei der notwendigen Abklärung bzgl. Datenstandards und Schnittstellen, damit Datenbestände ohne Verluste und mit minimalem Aufwand übernommen bzw. übergeben werden können.

c) Gemeinsame Ziele

Das Landratsamt deckt für die GIS-Partner gemeinsame Aufgaben ab:

  • Beratungsfunktionen (Beratung, Schulung und Consulting)
  • Clearingstelle für Hardware-, Software- und Datenbezug/-Erfassung
  • Koordination von technischen Problemstellungen (Datenformate, Schnittstellen, etc.)
  • Koordination von GIS-Betreibermodellen, -Projekten und -Anwendungen
  • GeoBasisdaten-Dienstleister (Daten-Servicestelle)
  • GeoFachdaten und -Fachanwendungs-Dienstleister (GIS-Servicestelle)

Damit konnten binnen weniger Jahre landkreisweit homogene Hardware-, Software- und Datenstrukturen erreicht werden. Abhängigkeiten von Dritten wurden weitgehend minimiert. Die Koordination und das Know-how verbleiben dauerhaft im Landkreis bei der Verwaltung.

d) Gemeinsame Kostensenkungen

Ein Haupthemmniss bei der GIS-Einführung war die Vermutung der beteiligten Stellen, langfristig hohe und schlecht kalkulierbare Kosten tragen zu müssen. Diese Bedenken konnten ausgräumt werden.

  • Die System- und Personalkosten werden über die Kooperationen erheblich reduziert und aufgeteilt.
  • Die Datenkosten werden durch verhandelte Rahmenvereinbarungen mit den Datenanbietern maßgeblich gemindert.
  • Die externe Fachdatenerfassung bleibt eigenverantwortlich bei den einzelnen Kommunen. Das zugehörige Kostenmanagement bleibt dadurch transparent in der eigenen Hand.