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Pitzlinger Bach

Biotopgestaltung

Pitzlinger Bach

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Ökologischer Umbau des Pitzlinger Baches im Naturschutzgebiet Regentalaue

Im Jahr 2012 begann die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Cham mit der Planung des ökologischen Ausbaus des Pitzlinger Baches. Angeregt durch die Uraufnamekarten von 1808-1864 wurde die Idee geboren, diesen
ursprünglichen, natürlichen Zustand zumindest auf Teilabschnitten wiederherzustellen. Der Umstand, dass sich große Bereiche entlang des Bachlaufes im Eigentum der öffentlichen Hand befinden, begünstigte die schnelle Umsetzung des Projektes.

Die Umsetzung wird hier mit einer Bilderstrecke kurz vorgestellt:

Ökologischer Umbau des Pitzlinger Baches

Im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes „Regentalaue zwischen Cham und Pösing“ konnte der Landkreis Cham seit 1989 Grundstücke in einer Größenordnung von über 400 Hektar erwerben. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass im Jahr 2013 bereits ein erster Abschnitt des Pitzlinger Baches ökologisch umgestaltet werden konnte. Die Maßnahmen erfolgten ausschließlich auf Flächen des Landkreises Cham und der Stadt Cham. Die Chemopetrol Pipeline GmbH (MERO) stellte freundlicherweise eine ihrer Ausgleichsflächen zur Verfügung.

Durch die mäandrierende Gestaltung wurde der Bachlauf ab der Bahnlinie im Norden, bis zur Regenmündung im Süden, von 2200 m auf 3350 m in seinem Lauf verlängert. Damit erreicht er in etwa wieder die ursprüngliche natürliche Länge.

Aufweitungen und Mäander werden künftig Fischen und anderen wasserbewohnenden Tierarten wieder einen besseren Lebensraum ermöglichen. Dazu wurden viele naturnahe Gewässerstrukturen in den Gewässerlauf eingebaut, wie z.B. breitere Stellen, Engstellen, Kurven, Gumpen, schnell fließende und langsam fließende Bereiche. Wurzelstöcke, Steine und Raubäume bringen Struktur in das Gewässer. Sie bieten Unterstände für Fische und erzeugen vielfältige Strömungsverhältnisse. Fische und Kleinstlebewesen wurden in das neue Gewässer umgesetzt.

Durch die bewährte Technik des sofortigen wieder Einbaus der Grassoden, ist der Eingriff ins Gelände nach wenigen Wochen fast nicht mehr erkennbar. Die schnelle Begrünung des Ufers verhindert Abschwemmungen des Oberbodens sowie den Anflug unerwünschter Pflanzen wie z.B. des Indischen Springkrautes.

Planung und Umsetzung erfolgte durch die untere Naturschutzbehörde. Die Ausführung erfolgte durch den Zweckverband zur Unterhaltung von Gewässern III. Ordnung im Landkreis Cham. Die Maßnahme im Jahr 2013 wurde von der unteren Naturschutzbehörde mit Ersatzgeldern umgesetzt. Im Jahr 2017 wurde die Finanzierung von der Stadt Cham im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme getragen.

Durch die gute Zusammenarbeit der 3 o.g. Stellen konnte hier, ohne zusätzlichen Flächenerwerb, zum einen der Ausgleichsbedarf der Stadt Cham erfüllt, sowie ein Teil der EU-Wasserrahmenrichtline (WRRL) umgesetzt werden.

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