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Weit über 90% Bauschutt werden wiederverwendet

05.08.2021

Wertstoffhof-Personal besucht Althammer Bau

Christoph Althammer erklärt den Teilnehmern die stoffliche Verwertung von Altholz

Im Rahmen einer Schulung der Kreiswerke Cham besuchten 22 Mitarbeiter der Wertstoffhöfe im Landkreis Cham die Firma Althammer Bau in Großbergerdorf. Christoph Althammer begrüßte mit Thomas Hersina (Kreiswerke Cham) die Teilnehmer und führte durch das Thema Bauschutt-Recycling: „Es muss besser getrennt werden. Und genau das ist die Voraussetzung, die wir brauchen, um effektiv und kostengünstig arbeiten zu können.“

Wenn ein Haus abgebrochen wird, muss man sehen, wie man den anfallenden Bauschutt entsorgen kann. Das ist nicht immer ganz so einfach. Denn je nachdem, welche Arbeiten durchgeführt werden und welche Sorte Bauschutt entsteht, gibt es verschiedene Methoden, diesen zu entsorgen. Hier versucht gerade Christoph Althammer, Chef der Firma Althammer Bau, eine Lösung zu bieten.

Beim Ausräumen eines Hauses können aber bereits viele Stoffe problemlos durch die richtige Abfalltrennung entsorgt werden. Hier bieten die Wertstoffhöfe im Landkreis Cham ein breites Spektrum von Entsorgungsmöglichkeiten, wie Elektro- und Elektronikgeräte, Fensterglas bis hin zu Konsumkunststoffe. Diese können dort ohne zusätzliche Kosten abgegeben werden. An insgesamt 17 Wertstoffhöfen im Landkreis Cham (Cham, Furth i. Wald, Bad Kötzting, Roding, Rötz, Waldmünchen, Arrach, Chamerau, Grafenwiesen, Hohenwarth, Lam, Lohberg, Miltach, Rimbach, Waffenbrunn, Wald und Walderbach) können Kleinmengen an Bauschutt (bis 1 m³ z.B. Ziegel, Dachziegel, Beton, Putz, Porzellan, ausgehärteter Zement (ohne Sack) u.ä.) gebührenpflichtig abgegeben werden. Größere, auch private Mengen können direkt an neun Betrieben mit Bauschuttrecycling im Landkreis Cham oder über geeignete Abfallentsorgungsbetriebe (z.B. Containerdienste, Entsorgungsbetriebe u.ä.) gegen Entgelt angeliefert oder abgeholt werden lassen.

Der gesammelte Bauschutt darf keine stofffremden Bestandteile, wie Kunststoffe, Holz, Papier/Pappe, Erde aus Blumentöpfen, Restmüll oder Ähnliches enthalten, da dieser zu wiederverwertbarem Baumaterial aufbereitet wird. Gas-, und Porenbetonsteine (Ytong-Steine) müssen getrennt vom restlichen Bauschutt gesammelt werden.

Die gut vorsortierten Bauschuttmassen landen auf dem Lagerplatz am Firmengelände in Großbergerdorf und werden mit einem Bagger in einen Brecher mit Siebanlage gefüllt, welcher das Material zerkleinert und in drei Haufen aufteilt: Sand, Splitt und grober Schotter. Das hier gewonnene Recycling-Material kann nun z.B. im Straßenbau als Untergrund verwendet werden.

Auch Altholz kann i.d.R. günstiger über geeignete Fachbetriebe günstiger einer Verwertung zugeführt und nicht über die Müllumladestation ins Müllkraftwerk entsorgt werden. Das Holz wird je nach Belastung in vier Klassen eingeteilt. Holz der Klassen A3 (z.B. PVC-beschichtet) und A4 (z.B. alte Bahnschwellen) muss thermisch verwertet, also verbrannt werden. Unbelastetes Holz der Klassen A1 und A2 wird zur Wiederverwertung gehäckselt. Daraus können anschließend z.B. Spanplatten hergestellt werden.

Es gibt jedoch auch Baustoffe, die auf keinen Fall in einem Bauschuttcontainer landen dürfen: Zum Beispiel asbesthaltiges Material. Das ist meist in Form von gewellten Dachplatten, Fassadenplatten, Rohren, Blumenkästen, Trögen oder Fensterbänken bekannt und darf seit 1993 in Deutschland als Baustoff nicht mehr verwendet werden. Gipsfaser- und Gipskartonplatten sind ebenfalls ein problematischer Störstoff im Bauschuttcontainer. Diese bestehen aus einem Gemisch aus Gips und Papierfasern (Fermacellplatten) oder um beidseitig mit Karton beschichteten Gipsplatten (Rigips). Steckt im Hohlraum der Trennwände dämmende Mineral- oder Glaswolle, also künstliche Mineralfasern, müssen diese auch getrennt erfasst und in speziellen Sammelsäcken (erhältlich bei den Kreiswerken Cham) entsorgt werden. Dafür bieten die Kreiswerke Cham ihre Sammelstelle an. Weitere Baustoffe, die getrennt entsorgt werden müssen, sind Schamottsteine (klassische Feuerraumauskleidung bei Öfen), Kaminabbruch (Beim Abbruch eines Hauses muss der Kamin separat gehalten werden) sowie Teer, Asphalt und Baustellenkehrricht.

Fachmännische und praktische Tipps sowie eine kostenlose vor Ort Beratung erhalten Sie gerne vom zuständigen Abfallberater der Kreiswerke Cham, Werner Zens, unter der Telefonnummer 09971/78-860 oder unter www.kreiswerke-cham.de 

Kategorien: Facebook, Natur & Umwelt

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