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Stellungnahme von Landrat Franz Löffler zur Gymnasialreform

06.04.2017

„Als Sachaufwandsträger für die Gymnasien und die anderen weiterführenden Schulen ist der Landkreis Cham unmittelbar von dem Bildungspaket betroffen. Damit wurden die Voraussetzungen für ein zukunftsfähiges Bildungssystem geschaffen, so Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler in einer ersten Stellungnahme.

Landrat Franz Löffler

Er hoffe, dass jetzt Ruhe in das Schulsystem einkehrt, damit sich Schüler, Lehrer und Eltern wieder auf bestmögliche Bildung und Ausbildung konzentrieren können.

Löffler: „Ein funktionierendes Schulwesen muss dafür sorgen, dass jeder seine Begabungen, Fähigkeiten und Talente bestmöglich entwickeln kann. Das dreigliedrige Schulsystem in Bayern hat sich bewährt und gibt die bestmögliche Antwort auf die unterschiedlichen Anlagen der jungen Menschen. Wir brauchen das Gymnasium als ganzheitliche Bildungseinrichtung, die mit einer umfassenden Allgemeinbildung den direkten Weg zu einem Hochschulstudium oder einer anspruchsvollen Berufsausbildung außerhalb der Hochschule ermöglicht. Die seit langem praktizierte Durchlässigkeit unseres Bildungssystems ermöglicht neben diesen jeweils klassischen Wegen zum angestrebten Bildungsabschluss auch individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für den Einzelnen. Mit dem neuen Konzept ist auch ein schnelleres Absolvieren des Gymnasiums möglich, falls gewünscht.

Entscheidend ist aber auch, dass das neue „G 9“ nicht einfach eine Verteilung des Lernstoffes des „G 8“ auf neun Jahre beinhaltet. Wir brauchen kein „Gymnasium light“, sondern ein neu definiertes und geschärftes Profil des Gymnasiums. Das Gymnasium muss die dafür geeigneten jungen Menschen zu Persönlichkeiten heranbilden, die über eine breite Wissensbasis verfügen, die Sozialkompetenz und Urteilssicherheit erworben haben, die den Anforderungen eines Hochschulstudiums ebenso gewachsen sind wie dem sich ständig wandelnden Profil herausgehobener beruflicher Tätigkeiten und die nicht zuletzt unsere Werte und Wertvorstellungen für ihr Leben einordnen können.

Deshalb begrüße ich es, dass die Kernfächer gestärkt und die hohe Qualität der Hochschulreife gesichert werden soll. Die neuen Lehrpläne werden künftig auch einen stärkeren Fokus auf das Thema politische Bildung und beruflichen Orientierung legen. Wer nicht auf „Fake News“ hereinfallen will, braucht fundierte Kenntnisse über das politische wirtschaftliche und gesellschaftliche Geschehen. In Zeitalter der Digitalisierung und von Arbeit 4.0 ist es folgerichtig, dass digitale Bildung in allen Ausbildungseinrichtungen gestärkt werden soll.

Die räumlichen Voraussetzungen für die Umsetzung des G9 sind an den drei Gymnasien im Landkreis Cham gegeben. Die nötige Ausstattung, zum Beispiel für die erweiterte digitale Bildung, wird der Landkreis Cham gerne bereitstellen.

Wichtig ist mir aber auch, dass das neue Konzept  langfristig tragfähig und gesellschaftlich konsensfähig ist. Nach dem Wechsel von der vierstufigen auf die sechsstufige Realschule, der Umwandlung der Hauptschule zur Mittelschule, der Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre und der neuerlichen Reform brauchen die Schülerinnen und Schüler, aber auch ihre Eltern und die Lehrkräfte und nicht zuletzt die Kommunen wieder Kontinuität, um sich auf die eigentliche Aufgabe konzentrieren zu können: nämlich die bestmögliche Bildung unserer jungen Menschen, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen.“

 

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