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Pflege – echt cool? Netzwerk der Pflegeeinrichtungen und der Schulen soll entstehen

12.10.2017

„Wir wollen heute ein weiteres wichtiges Teilstück der landkreisweiten Fachkräftestrategie auf den Weg bringen und das Bewusstsein für die Bedeutung von Sozial- und Pflegeberufen in der Gesellschaft stärken“, so Landrat Franz Löffler bei der Eröffnung einer interdisziplinären Veranstaltung im Landratsamt mit Teilnehmern aus den Bereichen Schulen, Institutionen, Pflegeeinrichtungen, Unternehmen und Weiterbildungseinrichtungen.

Landrat Franz Löffler (Bildmitte hinten) zeigte sich begeistert von den Ausführungen der Altenpflegeschülerinnen und des –schülers, wonach Pflege „cool“ sei

Die Herausforderungen im sozialen Bereich werden aufgrund des demografischen Wandels zusehends auch unseren Landkreis trotz der wirtschaftlichen guten Lage einholen. Der Bedarf an Fachkräften in den Bereichen Gesundheit und Soziales, sowie im Altenpflegebereich steigt stetig an. In den nächsten zehn Jahren müssen alleine aufgrund des Renteneintritts rund 200 Fachkräfte ersetzt werden. Prof. Dr. Markus Lemberger von der Wirtschaftsförderung des Landkreises erläuterte die statistischen Zahlen dazu und mögliche Szenarien bzw. Prognosen für den Landkreis. Nach einer kürzlich durchgeführten Befragung der stationären Pflegeeinrichtungen dauert es derzeit bis zu 71 Tagen im Mittel, bis eine freie Stelle wieder besetzt werden kann. Der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal in allen Ebenen werde sich in den nächsten Jahren um bis zu 50 Prozent nochmals erhöhen. Erfreulich sei, so Landrat Franz Löffler, dass die Einrichtungen diesen Bedarf trotz eines enormen Aufwuchses bisher noch aus eigener Kraft stemmen konnten.

 

Wichtige Altenpflegeschule Bad Kötzting

Eine bedeutende Rolle dabei spielt die Altenpflegeschule in Bad Kötzting. Schulleiterin Anneliese Schmuderer zeigte die Entwicklung der Schule auf. Derzeit sind 100 Schüler an der Schule. Das mache Mut für die Zukunft, meinte Landrat Franz Löffler. Beeindruckend zeigte sie die Möglichkeiten in diesem höchst spannenden Berufsfeld, vom Helfereinstieg bis hin zu einer akademischen Laufbahn auf. „Pflege ist, wie alle anderen Berufsfelder, ein durchgängiges und karriereversprechendes Tätigkeitsfeld“, sagte Schmuderer. Drei Schülerinnen und Schüler der Schule stellten emotional und überzeugend dar, warum „Pflege denn cool sei“. Argumente wie Bindung und Aufbau von Freundschaften, gute Berufschancen, dankbare zu Pflegende und nicht zuletzt auch die gute Bezahlung standen im Mittelpunkt ihrer Ausführungen.

 

Wohnraumberatung am Landratsamt

Im Anschluss warb Anja Fischer vom Sachgebiet Betreuung, Heimaufsicht und Senioren am Landratsamt für die Wohnraumberatung des Landkreises. Nach einer bundesweiten Studie könnten 15 Prozent mehr pflegebedürftige Menschen in den eigenen vier Wänden bleiben, wenn die Wohnungen barrierefrei ausgestattet seien. Landrat Franz Löffler rief dazu auf, das Angebot des Landkreises, das sowohl die bauliche Beratung vor Ort als auch die Information über Fördermöglichkeiten beinhaltet, zu nutzen.

Michael Trautner von der Initiative „Landkreis Cham inklusiv und barrierefrei“ präsentierte den wichtigen Teilaspekt der Inklusion. Das gegründete Bündnis, getragen von den Barmherzigen Brüdern in Reichenbach, soll die Akteure im Landkreis dazu verbinden. Trautner lud auch zum zweiten „Tag der Barrierefreiheit“ am 21. Oktober 2017 von 9 bis 16 Uhr im Tagungszentrum Furth im Wald ein.

 

Zusammenarbeit mit Schulen

Die Fachrunde diskutierte dann unter Leitung des Landrates, welche Schnittmengen es mit den Schulen geben könnte. Anja Fischer präsentierte interessante Projektvorschläge wie die Entwicklung eines mobilen barrierefreien Messestandes für Handwerksberufe unter Einbezug der Bedürfnisse Älterer in Kooperation mit Berufsschülern oder die Biografiearbeit mit Hilfe moderner digitaler Medien und Hardware in Pflegeheimen als Schülerprojekt. Landrat Franz Löffler zeigte sich zuversichtlich: „Die Menschen im Landkreis Cham haben sich schon immer durch den Zusammenhalt bei wichtigen Themen ausgezeichnet. Wir werden auch für die vor der Tür stehende Herausforderung im sozialen Sektor notwendige Lösungen finden!“

 

 

Kategorien: Gesundheit, Politik, Wirtschaft, Facebook