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„Notfalldose“ hilft Leben retten

22.11.2018

Seniorenvertretungen informierten sich über Sozialhilfe und Beratungsangebote

Notfalldose

Auf Einladung von Landrat Franz Löffler und dem Kreisseniorenbeauftragten Dr. Michael Jobst trafen sich die Kommunalen Seniorenvertretungen des Landkreises sowie ehrenamtliche Betreuer und Berufsbetreuer am vergangenen Freitag im Landratsamt Cham. Norbert Dachs und Carolin Hecht vom Bezirk Oberpfalz referierten über das Thema Hilfe zur Pflege, während Ekkehard Gauglitz das neue Beratungsangebot des Bezirks Oberpfalz für Fragen zur Sozialhilfe erläuterte. Außerdem wurde das Projekt „Notfalldose im Landkreis Cham“ mit Übergabe der ersten Exemplare an die Kommunalen Seniorenvertretungen vorgestellt.

 

Der Landkreis Cham hat auf Initiative von Landrat Franz Löffler als einer der ersten Landkreise in Süddeutschland solche „Notfalldosen“ angeschafft, die nun kostenlos an Senioren, die alleine leben und bereits Vorerkrankungen haben, verteilt werden.

Manchmal zählt jede Sekunde: Ein älterer Herr wird vom Nachbarn in seiner Küche bewusstlos auf dem Boden gefunden, Rettungssanitäter und Notarzt kommen dazu, doch um bestmöglich helfen zu können, brauchen sie wichtige Informationen – zum Beispiel, ob der Patient Medikamente einnimmt, ob er Diabetiker ist oder vielleicht einen Herzschrittmacher trägt. In einer solchen Situation hilft ab sofort die Notfalldose: In den kleinen Gefäßen lassen sich zuhause im Kühlschrank alle wichtigen medizinischen Daten über einen Patienten aufbewahren. Damit der Rettungsdienst bzw. Notarzt die Dose finden kann, müssen die in der Notfalldose enthaltenen Aufkleber an der Haustüre innen und an der Kühlschranktür außen platziert werden.

Die Seniorenkontaktstelle stellte anhand eines kurzen Films und mit einem ausgefüllten Muster-Datenblatt die Notfalldose vor. Jeder anwesende kommunale Seniorenvertreter/Seniorenvertreterin bekam 30 Notfalldosen für alleinstehende ältere Menschen in seinem Gemeindebereich überreicht. Die Rettungsdienste im Landkreis Cham werden darüber informiert, dass Notfalldosen eingeführt werden, damit die Retter im Einsatz die Dose finden können und dadurch wichtige, lebensrettende Informationen erhalten.

 

Bezirk berät vor Ort

Ab 1. Januar 2019 ist der Bezirk Oberpfalz sowohl für die stationäre als auch die ambulante Hilfe zur Pflege als Kostenträger zuständig. Er hat deshalb ein neues oberpfalzweites Vor-Ort-Beratungsangebot eingerichtet. Den Anfang haben der Landkreis Cham und die Stadt Weiden gemacht. Das neue Beratungsangebot des Bezirks soll unabhängig, wohnortnah und passgenau auf die konkreten Bedürfnisse des betroffenen Menschen eingehen. Am 8. November hat Ekkehard Gauglitz, Fachkraft der Sozialverwaltung des Bezirks Oberpfalz, hierzu im Landratsamt Cham seine erste Sprechstunde angeboten. Der nächste Termin für 2018 ist der 6. Dezember. Ekkehard Gauglitz wies darauf hin, dass eine vorherige Terminvereinbarung erforderlich ist, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Bei Bedarf sind auch Hausbesuche möglich. Anfang 2019 soll das Beratungsnetz in allen Oberpfälzer Landkreisen aufgebaut sein.

 

Der Bezirk Oberpfalz trägt die nicht gedeckten Kosten der Betreuung in Alten- und Pflegeheimen, soweit den Bewohnern die Aufbringung der Mittel nicht aus eigenem Einkommen und Vermögen möglich ist. Norbert Dachs und Carolin Hecht informierten ausführlich über erforderliche Unterlagen zur Sozialhilfeantragstellung, über Einsatz von Einkommen und Vermögen sowohl des Antragstellers als auch der Unterhaltspflichtigen.

 

 

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