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Landrat und Landwirte im Gespräch

07.07.2017

„Das Gespräch und die Beratung im Vorfeld lassen viele Probleme erst gar nicht entstehen.“

Im Sitzungssaal des Landratsamtes trafen sich Vertreter von Landratsamt und Bauernverband

Das war das Fazit einer gemeinsamen Besprechung der Kreisvorstandschaft des Bayerischen Bauernverbandes mit Landrat Franz Löffler und führenden Mitarbeitern des Landratsamtes. Auf Einladung des Landrates waren die Vertreter der Landwirtschaft unter der Führung von Kreisobmann Josef Wutz und Kreisbäuerin Rosmarie Maier  am Mittwoch abend in das Landratsamt gekommen, um die Behörde, ihre Aufgaben und ihre Mitarbeiter näher kennenzulernen. Einleitend wies Löffler darauf hin, dass die bäuerliche Landwirtschaft im „Rinder- und Milchlandkreis Cham“ nach wie vor einen hohen Stellenwert habe, auch wenn viele Menschen keinen direkten Bezug mehr zur Landwirtschaft hätten. Umso wichtiger sei es deshalb, das Bewusstsein der Bevölkerung für die hohe Bedeutung der heimischen Landwirtschaft zu schärfen. Gerade die bäuerlichen Betriebe, wie sie im Landkreis Cham ausnahmslos vorherrschen, seien Garanten für die Produktion hochwertiger Lebensmittel. Deren Markenzeichen, nämlich regionale Kreisläufe und nachhaltiges Wirtschaften, würden auch die regionale Wertschöpfung und damit den Landkreis als Lebens- und Wirtschaftraum stärken. Hierin sehen auch die Landfrauen eine wichtige Aufgabe, so Kreisbäuerin Rosmarie Maier. Der Landrat wies auch auf das Spannungsfeld hin, in dem sich die Landwirtschaft befindet. Die Verbraucher haben auf der einen Seite zu Recht hohe Anforderungen an die Erzeugung und Produktion von Lebensmitteln. Auf der anderen Seite müsse aber auch die Bereitschaft stehen, dafür auch entsprechende Preise zu bezahlen. Hohe Qualität zum Nulltarif sei nicht möglich. Kreisobmann Wutz bestätigte die damit verbundene tägliche Herausforderung an seinen Berufsstand. Deshalb sei er auch für die Gelegenheit dankbar, mit dem Landrat und seinen Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.

Die anwesenden Vertreter der Bäuerinnen und Bauern im Landkreis Cham nutzten dieses Angebot dann auch. So ging es zum Beispiel um den Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen für Baugebiete und den Straßenbau. Landrat Löffler warb für einen ausgewogenen Umgang mit diesem Thema. So könne und wolle man Gemeinden in ihrer Entwicklung nicht behindern. Gleichzeitig achte man aber auf die Prüfung alternativer Möglichkeiten. Er habe die Kommunen für das Thema „Leerstandsmanagement“ sensibilisiert und unterstütze die Nachverdichtung von Wohnraum in den Städten und Dörfern. Beides sei aber auch nicht unproblematisch, wie ein aktuelles Beispiel aus dem westlichen Landkreis zeigt. Angesprochen wurde auch die Zusammenlegung kleiner Flächen, um besser bewirtschaftbare Grundstücke zu erhalten. Hier wurde empfohlen, frühzeitig mit der Unteren Naturschutzbehörde Kontakt aufzunehmen, um mögliche Eingriffe in die Natur möglichst gering zu halten. Eine weitere Problematik stellen die landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Maschinen dar, die immer größer werden, was im Straßenverkehr manchmal hinderlich ist. Deshalb wurde von Seiten des Landratsamtes zugesagt, dass man gerne die Größe und die Standorte von Verkehrsschildern prüfen werde, wenn sie zu Sichtbehinderungen führen würden. Thema war auch der Umgang mit Biber, Fischotter und Wolf. Das Bibermanagement ist bereits landesweit geregelt, zum Fischotter gibt es zumindest einen Ansprechpartner für die Oberpfalz. Es sei zu erwarten, dass über kurz oder lang auch der Wolf in Erscheinung trete. Hier müsse man frühzeitig um ein „Management“ bemüht sein, um mögliche Schäden vor allem im Weidebereich – wie dies zum Beispiel in Sachsen festzustellen sei - zu minimieren und zu verhindern.

Landrat Franz Löffler und Kreisobmann Wutz waren sich einig, den Dialog auch künftig fortzuführen und die Fachleute des Landratsamtes bei wichtigen Themen schon in der Planungsphase zu beteiligen.

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