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Landrat trifft Landwirtschaft - Präsident des Bayerischen Bauernverbands tauscht sich mit Landrat aus

26.09.2017

Auf Einladung von Landrat Franz Löffler kam der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heindl, zu einem fachlichen Meinungsaustausch über die Belange der Landwirtschaft ins Landratsamt Cham. Begleitet wurde er von Bezirksvorsitzenden und Kreisobmann Josef Wutz.

Teichwirt Franz Gebert, BBV-Bezirksvorsitzender Josef Wutz, Landrat Franz Löffler, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes Walter Heindl

Da es im Gespräch besonders um die Belange der Teichwirtschaft ging, waren auch der Fischereiberater des Bezirks Oberpfalz, Dr. Thoams Ring, und der Teichwirt Franz Gebert anwesend. Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass immer dann, wenn in der Natur ein Ungleichgewicht entstanden sei, regulierende Eingriffe des Menschen möglich sein müssen. Nur so könne die gewollte Vielfalt in der Natur erhalten werden.

 

Als konkretes Beispiel wurde der Fischotter genannt, der aufgrund seiner rasanten Vermehrung und ohne natürliche Feinde zunehmend den Fischbestand nicht nur in der Teichwirtschaft, sondern auch in den Fließgewässern gefährde. Fraßschäden von 80 und gar 100 Prozent in Fischteichen seien gar nicht mehr selten, wusste Teichwirt Franz Gebert zu berichten. Nicht nur der Fischotter, sondern auch der Kormoran und der Biber würden große Schäden in der Teichwirtschaft verursachen. Letztlich würde damit auch die Artenvielfalt leiden, wenn Fischbestände ausgerottet und das Leben in und am Teich verschwinden würde.

 

Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler betonte, dass die Teichwirtschaft in der Oberpfalz nicht nur ein Wirtschaftszweig, sondern auch Kulturgut sei. Selbstverständlich gelte es den Fischotter als geschützte Art zu erhalten, dies müsse aber in einem regulierten Rahmen geschehen, damit das nötige Gleichgewicht in der Natur bewahrt werden könne. Er sei deshalb mit den zuständigen Ministerien in Kontakt, um - ähnlich wie beim Biber - in besonders betroffenen Regionen artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen zur Entnahme von Tieren im Einzelfall zu ermöglichen. Das müsse aber zeitnah geschehen, um größere und nicht mehr wiedergutzumachende Schäden im gesamten Naturgefüge zu verhindern. Ein Monitoring zur Arterhaltung und eine Schadenskarte sollen dabei helfen. Bauernverbandspräsident Heindl pflichtete bei und sicherte seine Unterstützung für eine pragmatische Lösung zu. Wie beim Biber müsse neben der Prävention auch beim Fischotter eine Entnahmemöglichkeit geschaffen werden.

 

Löffler und Heindl vertraten die Auffassung, dass diese Debatte auch zur Frage geführt werden müsse, ob der Wolf in unsere von Menschen geschaffene Kulturlandschaft gehört. Man könne nicht einfach zuschauen, wenn der Wolf zum Beispiel die Schaf- oder Mutterkuhhaltung auf Weiden bedrohe. Hier müsse man frühzeitig Lösungen erarbeiten.

 

Angesprochen wurde auch die Wildschweinproblematik. Hier berichtete Robert Schinabeck vom Landratsamt über Erfolge bei der Nutzung sogenannter „Saufänge“, die in 10 Revieren genehmigt seien. Begeistert zeigte sich der Landrat über die gute Zusammenarbeit von Landwirten und dem Jagdpächter bei der Anlage von „Wildäckern“ im Jagdrevier Hitzelsberg/Markt Stamsried. Dort seien die Wildschäden aufgrund des anderweitigen Nahrungsangebotes sehr gering. Das sei ein nachahmenswertes Beispiel für die Schaffung eines ökologischen Gleichgewichts.

Schließlich richtete der Landrat auch einen Appell an die Landwirte, bei der Nutzung überbreiter landwirtschaftlicher Fahrzeuge im Straßenverkehr besondere Rücksicht walten zu lassen, was die anwesenden Vertreter der Landwirtschaft voll unterstützen.

 

 

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