Landkreis Cham Landkreis Cham

Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham

20.09.2021

Band 38 (2021)

Band 38 - Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham
Band 38 - Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham

Band 38 der „Beiträge zur Geschichte
im Landkreis Cham“ 2021

Inhaltsangabe und Verkaufsstellen


Richard Bierl
Die Zenger von Schneeberg im Volksmund und in der Literatur

Vom 13. bis ins 16. Jahrhundert besaßen die Zenger, so genannt nach der Zange in ihrem Wappen, in der mittleren Oberpfalz viele Burgen, darunter Schneeberg-Tiefenbach.
Sie waren streitbare und streitlustige Ritter, die sowohl mit den bayerischen Herzögen, den Hussiten und Städten als Gegner oder Mitstreiter kämpften.Zahlreiche Hofämter versahen sie zuverlässig und pflichtbewusst.
In der Sage versuchte der „wilde Hans“ die benachbarte Eleonore von Frauenstein mit Gewalt zu heiraten, ging aber nach dem Scheitern ins Kloster Schönthal.
In der tragischen Liebesgeschichte der Agnes Bernauer treten sie auch literarisch als treue herzogliche Freunde auf.


Josef Ederer
Geiganter Landsassen bzw. Hofmarksherren im 16. Jahrhundert

Spezielle Beschreibung der Geiganter Hofmark mit ihren Hofmarksherren im 16. Jahrhundert, sowie die Rechte dieser Hofmark. Die Entwicklung von den Edelmannsfreiheiten über die Landsässereien bis hin zu den Hofmarken im Adelsland der oberen Pfalz allgemein. Schilderung der Adelsfamilie der Kagerer von Geigant sowie deren Vorfahren, Herkunft und Wappen.


Werner Perlinger
Sengenbühl – ein Ort mit drei Namen am Fuße des Hohenbogen
2. Teil

Sengenbühl – der Ort mit den drei Namen. Dem Verfasser war und ist es ein Anliegen, im Bereich der Cham-Further Senke gerade diesen Ort mit seiner Geschichte in zwei Teilen darzustellen, denn es gibt keine Siedlung, die einen solchen Namenswechsel erleben durfte. Gerade die Bezeichnung „Sengenbühl“, in alten Urkunden „Sengenpuhel“ geht sprachgeschichtlich nicht auf eine topografisch gegebene Situation zurück, sondern eindeutig urkundlich vorgegeben, auf den Erstsiedler Jahrzehnte nach den Hussitenkriegen, der den Wiederaufbau der in den Hussitenkriegen verödeten Siedlung in Gang setzte. Gäbe es diese quellenmäßig unstrittigen Belege nicht, würden die Namensforscher eine Siedlung vermuten, die auf einem eigens für ein Siedlungsvorhaben „abgesengten“ (durch Brandrodung vom Bewuchs befreiten) Hügel oder Berg entstanden ist. In Teil 2 wird nun die Zeit von 1538 an bis in die Gegenwart dem Leser nahegebracht. Bisher nicht oder nur wenig bekannte Steuerlisten aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv München sowie aus dem Staatsarchiv Landshut informieren den Leser über die hausansässigen Bewohner Sengenbühls vom frühen 16. bis zum 19. Jahrhundert.


Josef Eckl
Haibühl
Einblicke in ein facettenreiches Dorfgeschehen während der letzten vier Jahrhunderte

Das Dorfgeschehen Haibühls ist ab dem Jahr 1600 gekennzeichnet durch mehrere Besonderheiten. Die Lage an einer nicht unbedeutenden „Salzstraße“ von der Donau her nach St. Katharina in Böhmen sowie an der regionalen Hauptverbindungsstraße von Kötzting in den Lamer Winkel bildete nicht nur die Voraussetzungen für eine Zollstation, sondern begünstigte auch die sehr frühe Ansiedlung eines Wirtshauses. Rund ein Jahrhundert später verbesserte sich durch den Bau einer Einsiedlerklause bei der Dorfkapelle und die Ansiedlung eines Klausners die religiöse Betreuung und Unterrichtung der Bewohner, vor allem der Kinder, deutlich. So darf das Jahr 1708 als Ausgangspunkt für das Unterrichts- und Schulwesen in Haibühl angesehen werden. Letztendlich darf nicht unerwähnt bleiben, dass auch Haibühl Mitte des 19. Jahrhunderts vom Räuberunwesen nicht verschont blieb. Über die zwei Räubergestalten, Mehlhout und Stanzenkrumb, berichteten sogar überregionale Zeitungen. „Räuberruhm“ erlangten sie als geschickte Getreide- und Schafräuber.


Ludwig Baumann
Die Markträte zu Neukirchen b. Hl. Blut waren Herren

Würde ein Neukirchner Marktrat heute einen Blick in die Sitzungsprotokolle des 18. Jahrhunderts werfen, müsste er sich verwundert die Augen reiben. Nicht nur, dass der Marktschreiber vor dem Namen seiner damaligen Kollegen immer das respektvolle „Herr“ setzte – im Gegensatz zu den Mitbürgern – und dass einer in Arrest oder in die „Bockpfoatzn“ gesperrt wurde, wenn er einen Ratsherrn öffentlich mit „Du“ ansprach oder ihm mit dem Hut auf dem Kopf den „Respekt verweigerte“. Noch mehr müsste er staunen über die Aufgaben seiner amtlichen Vorfahren: Sie stellten den Schullehrer an und visitierten ihn, „ob er die Kunst und den Verstand hat“, die Kinder zu unterrichten. Sie brummten einem Witwer die Geldstrafe im Wert einer Kuh auf, weil er gegen das ausdrückliche Verbot das „Zusammenschliefen mit der Salome F. keineswegs unterlassen“ hat. Und sie bestraften einen bürgerlichen Hufschmied mit drei Pfund Wachs für die Pfarrkirche, weil er in seinem Rausch behauptet hatte, „daß es kein Fegfeuer gibt“.


Hans Wrba
„Der Zungen wachtsamster Beschützer…“
Ein Beitrag aus Anlass der Seligsprechung des hl. Johannes Nepomuk vor 300 Jahren

Vor dreihundert Jahren, 1721, wurde Johannes Nepomuk seliggesprochen, acht Jahre später, 1729, erfolgte die Heiligsprechung. Schon kurz danach hat ihn Kurfürst Karl Albrecht auch zum bayerischen Landespatron erklärt.
Als ganz gewichtiger Aspekt für die Kanonisation gilt die Auffindung der unverwesten Zunge des verschwiegenen Heiligen, die eine heutzutage vielen nur mehr schwer verständliche Kultwelle auslöste. Ungezählte Zungen-Nachbildungen aus Holz, Wachs, Metall, Stoff oder anderen Materialien – meist liebenswerte Objekte der Volkskunst – geben noch heute Zeugnis vom Zungenkult des vielverehrten Heiligen. Im Landkreis Cham existieren darüber hinaus drei Altarblätter, die Johannes Nepomuk zeigen, wie er seine Zunge der Muttergottes darbringt. Sie haben, wie erst jetzt herausgefunden wurde, ihren Ursprung in einem bedeutenden Gemälde, das der damalige Papst Benedikt XIII. anlässlich der Heiligsprechung Johannes Nepomuks für die Lateranbasilika anfertigen ließ.

Altarblatt des Nepomuk-Altars in der Kirche St. Salvator Rötz
Foto: Karl Heinz Hofmann. Zum Artikel aus Anlass der Seligsprechung des Hl. Johannes Nepomuk vor 300 Jahren



Stefan Münsterer
Die Pfarrei Blaibach und ihre Filialkirche Weißenregen
in der Bistumsbeschreibung von 1723/24

In den Jahren 1723/24 verlangte der Regensburger Weihbischof Gottfried Langwerth von Simmern von allen Pfarreien der Diözese in lateinischer Sprache Antworten auf insgesamt 42 Fragen über die Verhältnisse in der Pfarrei und die dortigen Priester.
Aus den Antwortschreiben des damaligen Blaibacher Pfarrers Joseph Cölestin Schmidpauer, der ein etwas „eigenwilliges“ Latein verwendete, und des Benefiziaten Andreas Wagner erfährt man viel Interessantes über die damaligen Verhältnisse in der Pfarrei Blaibach sowie in ihrer damaligen Filiale Weißenregen. So erkennt man bei einem Vergleich dieser Beschreibung mit heute zum Beispiel, dass sich sehr viele Ausstattungsmerkmale der der beiden Kirchen und die beliebte Wallfahrt zur Weißenregener Marienkirche bis heute erhalten haben. Auch das Gasthaus „Zur Klause“ in Weißenregen geht wirklich auf eine dortige Franziskanerklausur zurück.
Andererseits ist das Benefizium aber bereits seit der Säkularisation vor über 200 Jahren erloschen und die ehemals sehr große Anzahl an Prozessionen in Blaibach hat heute stark abgenommen.


Josef Altmann
Die Traillingmühle in der Schmalzgrub

Neben der weithin bekannten, 1722 erbauten St. Anna Hofkapelle existiert eine zweite, heute allerdings stark ruinöse Kapelle weitab des Traillinghofes im Kleßbachtal an der Westgrenze der Traillinger Hofflur. Sie verdankt ihren Standort einem Inwohnerhaus, das um die Mitte des 18. Jahrhunderts, eventuell schon wesentlich früher, als Außenstelle des Traillinghofes errichtet wurde, um von hier aus die Rodung und Bewirtschaftung des so gewonnenen ausgedehnten Grünlandareals, der „Häuslwiese“, zu intensivieren und die Heuproduktion für den für diese Zeit großen Viehbestand zu sichern und damit die Häuslwiese zur „Schmalzgrub“ aufzuwerten.
Bereits 1727 versuchte Hans Greil, allerdings vergeblich, auch den Kleßbach durch den Bau einer Mahlmühle wirtschaftlich zu nutzen. Erst 1914 ermöglichte der Einbau einer Wasserturbine den Betrieb eines Sägewerks. Seit der Stilllegung 1969 und der fortschreitenden Wiederaufforstung der Häuslwiese hat in der Schmalzgrub nur mehr ein 1995 installiertes Turbinenhaus und eine Kapellenruine überdauert.


Reinhold Bucher
Kurfürst Max IV. Joseph von Bayern wollte in Cham Residenz aufschlagen – allein der Kurfürstin und ihren Damen war es in der kleinen Stadt zu langweilig

Auf der Flucht vor den Franzosen, die am 28.06.1800 die bayerische Haupt- und Residenzstadt München besetzten, reiste der Kurfürst mit Familie und Teilen des Hofstaates zunächst nach Landshut und dann weiter nach Straubing. Weil der Weg nach Amberg durch feindliche Angriffe versperrt war, bezog der Kurfürst mit Gefolge Quartier in Cham. Die strategische Lage war gut gewählt, denn bei einer eventuell notwendig werdenden weiteren Flucht über die nahe Landesgrenze ins von den verbündeten Habsburgern regierte Königreich Böhmen wäre ein Wechsel schnell möglich gewesen. Max IV. Joseph wollte in Cham länger bleiben und hatte zum Schutz der Hofgesellschaft das Landesverteidigungscorps mit 11.000 Mann rund um die Stadt zusammengezogen. Allein der Kurfürstin und ihrem weiblichen Gefolge war es bereits nach wenigen Tagen Aufenthalt in Cham so langweilig, dass sie wieder abreisen wollten. Wer setzte sich durch?


Helmut Schnabl
Geschichte der Hofmark Lederdorn
2. Teil

Der zweite Teil des Beitrages über Lederdorn beginnt mit den Montgelas-Aufzeichnungen von 1811/12. Es sind nicht einmal ein Drittel so viel Einwohner wie zwei Jahrhunderte später. Und es gibt nur wenig Tiere und geringe Erträge. 1829 gehen die Nothaftschen Güter, somit auch Lederdorn, an den bayerischen Staat über, die Gerichtsbarkeit an Kötzting. Ausführlich beschreibt der Kataster von 1841 die Besitzungen der über 30 Höfe. 1864 bekommt der Ort eine Kirche, die später durch eine neue ersetzt wird (1955 eingeweiht). Die Firma Uvex lässt sich nieder und wird größter Arbeitgeber. Lederdorn kommt an die Oberpfalz und zur Gemeinde Chamerau (1976). Seit September 2020 entlastet eine Umgehungsstraße die geplagten Anwohner des Ortes.


Clemens Pongratz
Die Windorfer – eine Kötztinger Erfolgsgeschichte
6. Teil: Die vierte Generation Franz und Josef Windorfer und ihre Firma „Josef Windorfer und Cie“

Nach dem wirtschaftlichen Erfolg der Windorferfamilie mit der beginnenden Industrialisierung im Bayerischen Wald folgt nun der Abschwung. Nach dem kurzzeitigen Zusammenschluss aller Industriebetriebe flussabwärts von Kötzting fehlt nun die Energie einer Unternehmerfamilie vor Ort.
Von einer Industriebrache, über ein Hotel, einen Mühlenbetrieb und einer beispielhaft restaurierten Turbinenanlage, alle Betriebsteile des Windorferunternehmens sind heute noch in der Landschaft erkennbar.


Timo Bullemer
„Die Ausstellung werde die Kauflust anregen …“
Die Chamer Gewerbeschau 1921

Der Aufsatz von Stadtarchivar Timo Bullemer beschäftigt sich mit der Chamer Gewerbeschau von 1921. Diese Messe war die erste derartige Veranstaltung, die nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in der Oberpfalz wieder durchgeführt wurde. Die Organisatoren wollten damit dem einheimischen Gewerbe eine Bühne bieten und zugleich Wiederaufbauarbeit in schwieriger Zeit leisten. Vom 31. Juli bis 21. August präsentierten über 80 Handwerker und Betriebe aus Cham ihre Produkte im Knabenschulhaus an der Ludwigstraße. Die Ausstellung und ein vielfältiges Rahmenprogramm lockten in den nächsten Wochen 20 bis 30 000 Besucher an. Seitdem sind 100 Jahre vergangen, Grund genug um die damaligen Ereignisse wieder in den Blick zu nehmen.


Dr. Markus Gruber
Kindersoldaten als „Panzervernichter“: Zum Einsatz der Hitlerjugend zwischen Schönsee, Waldmünchen und Rötz im April 1945

Der Beitrag von Dr. Markus Gruber „Kindersoldaten als Panzervernichter im April 1945“ behandelt den Einsatz einer Panzervernichtungsbrigade der Hitlerjugend aus Hessen auf dem Gebiet des Altlandkreises Waldmünchen. Noch am 25. April 1945 wurden zwischen Schönsee, Treffelstein, Rötz und Waldmünchen einige hundert Hitlerjungen gegen die amerikanischen Panzer eingesetzt. Während sich die reguläre Wehrmacht schon auf der Flucht befand und der örtliche Volkssturm zurückgehalten wurde, starben infolge der Angriffe der HJ-Einheiten an mehreren Schauplätzen über 15 Menschen: Fast alle waren zwischen 14 und 17 Jahre alt.


Volker Skibba
Der Denkmalschutzpreis des Landkreises Cham 2020

Seit 2012 verleiht der Kreistag des Landkreises Cham einmal im Jahr den Denkmalschutzpreis. Damit ehrt er das Engagement für den Erhalt baugeschichtlich relevanter Gebäude. Die Veröffentlichung der Preisträger als Beitrag zur Geschichte des Landkreises Cham bildet eine würdige Bühne, ihnen für ihr hohes Maß an Einsatzbereitschaft zu danken. Zudem wird den interessierten Lesern der beispielhafte Idealismus offengelegt, der auf nachhaltige Weise die identitätsstiftende, traditionelle Baukultur im Landkreis zum einen bewahrt und zum anderen zukunftsfähig macht. Der Beitrag stellt die ausgezeichneten Denkmäler aus Arnschwang, Waldmünchen und Tiefenbach sowie das außerordentliche Engagement ihrer Eigentümer vor.


Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham, Bd. 38 (2021)
178 Seiten mit 98 schwarz-weißen oder farbigen Abbildungen
ISSN 0931-6310
14.- €

Verkaufsstellen:
Buchhandlungen
Cordonhaus Cham, Propsteistr. 46, 93413 Cham
Kur- und Gästeservice Bad Kötzting, Bahnhofstr. 15, 93444 Bad Kötzting
Versandbuchhandlung Franz Maier, Obernried 37, 93494 Waffenbrunn,
Telefon/Telefax 09975/8936, www.buecher-maier.de
Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut, Marktplatz 10, 93453 Neukirchen b. Hl. Blut
Perlinger Druck GmbH, Rosenstr. 21, 93437 Furth im Wald
Landratsamt Cham, Kreiskasse

Zum Versand kann der Band 38 (2021) bestellt werden beim
Landratsamt Cham, Kulturreferat, Rachelstr. 6, 93413 Cham (Tel. 09971-78218)

Kategorien: Kultur - plus

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