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Kiebitz-Nester als Flutopfer - Rücksichtnahme beste Hilfe für Wiesenbrüter

05.04.2023

Mit blauem Auge davongekommen sind beim Hochwasser vergangenes Wochenende (31. März bis 2. April) die Wiesenbrüter im Naturschutzgebiet Regentalaue zwischen Cham und Pösing.

Am besten hilft man den brütenden Kiebitze durch Rücksichtnahme.

Ornithologe Peter Zach, der das Wiesenbrüterschutz-Projekt in der Regentalaue leitet und koordiniert, musste bei seinen wiederkehrenden Brutpaar-Zählungen feststellen, dass ca. 20 Prozent der bereits bebrüteten Kiebitz-Nester dem Hochwasser zum Opfer gefallen sind. Zum Glück hatte das Hochwasser am Sonntag, 2. April, gegen 19 Uhr seinen Höchststand erreicht und floss dann langsam wieder ab, so blieb den Wiesenbrütern noch mehr Schaden erspart. Die Vogelpärchen, deren Nester zerstört wurden, werden zwar vermutlich erneut ein Nest bereiten und Eier legen, sind für einen gesunden Jahresverlauf dann jedoch schon fast zu spät.

 

Gefährdete Wiesenbrüter

Bereits seit März kann man die Kiebitze bei ihrem unverwechselbaren Balzflug beobachten, bei dem sie sich wellenförmig aus der Luft Richtung Boden fallen lassen und dann wieder in die Höhe schwingen. Inzwischen sitzen auch schon Pärchen auf ihren Gelegen (Nestern und gelegten Eiern). Wie die Bezeichnung Wiesenbrüter schon verrät, befinden sich die Nester der Kiebitze und anderer seltener Arten wie Brachvogel, Rotschenkel und Uferschnepfe in den feuchten Auenwiesen am Boden. Damit sind die Nester natürlich nicht nur anfällig für Prädatoren (wie beispielsweise Fuchs oder Rabenkrähen), sondern auch ein Hochwasser kann verheerende Spuren hinterlassen.

 

Nur erlaubte Wege nutzen

Umso wichtiger ist es, sie und alle anderen Wiesenbrüter in der Brut- und Aufzuchtzeit zu unterstützen und ihre Ruhezonen nicht zu stören. Da das Feldwegenetz in der Regentalaue recht engmaschig ist, sind einige Wege in dieser Zeit nicht begehbar und mit entsprechenden Stopp- und Hinweisschildern markiert. Denn jede Störung, sei es durch Spaziergänger in der Nähe der Nester oder auch freilaufende Hunde, bedeutet für die scheuen Vögel großen Stress: sie fliehen vor der Störung und verlassen das Nest. Dadurch bleiben die Eier oder später die Küken ohne Wärme und Schutz zurück. In vielen Fällen nutzen Prädatoren dieses Zeitfenster und berauben das Nest, oder die Elternvögel verlassen bei zu viel Unruhe in der Nähe ganz das Gelege und die Nachkommen sterben.

 

Hunde anleinen

Die beste Hilfe für die Vogeleltern ist das rücksichtsvolle Verhalten jedes Besuchers. Beachten Sie hierfür bei Ihrem Spaziergang durch das Naturschutzgebiet die Hinweisschilder: Bleiben Sie bitte bis Ende Juni auf den erlaubten Wegen und leinen Sie Ihren Hund an. Jede Störung bedeutet Stress für unsere seltenen Wiesenbrüter.

Bei Fragen rund um den Wiesenbrüterschutz im Naturschutzgebiet Regentalaue steht der Naturpark Oberer Bayerischer Wald (info@naturpark-obw.de) und die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt (naturschutz@lra.landkreis-cham.de) gerne zur Verfügung.

 

Bildunterschrift: Am besten hilft man den brütenden Kiebitze durch Rücksichtnahme.

(Foto: Peter Zach)

 

Kategorien: Natur & Umwelt, Politik, Facebook

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