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Hebammenversorgung im Landkreis Cham soll verstärkt werden: Wiedereinsteigerinnen gesucht

29.03.2018

Projektgruppe bei der Gesundheitsregion Plus gebildet

Landrat Löffler und Mitglieder der Projektgruppe Hebammenversorgung präsentieren die Stellenanzeige

Der Landkreis Cham und die an den Sana Kliniken des Landkreises Cham tätigen Hebammen ziehen an einem Strang, wenn es um die Begleitung der werdenden und jungen Mütter in der Region geht. Die Stellen im Kreißsaal des Chamer Krankenhauses sind derzeit besetzt. Bedarf gibt es aber bei der Geburtsvor- und nachsorge. Landrat Franz Löffler kündigt deshalb unterstützende Maßnahmen an: „Die Versorgung der Schwangeren und Mütter mit qualifizieren Hebammen ist uns jede Anstrengung wert, geht es doch dabei um die Zukunft unserer Landkreisbevölkerung und einen zentralen Aspekt der Versorgung unserer ländlichen Region.“ In einem ersten Schritt werden Berufsrückkehrerinnen gesucht. Mit speziell darauf abgestimmten Stellenanzeigen und durch weitere Aktionen will man diese Gruppe gezielt ansprechen. Die Initiative wird von der Projektgruppe der Gesundheitsregion Plus des Landkreises koordiniert.

 

Die Projektgruppe besteht aus Hebammen, dem Leiter des Gesundheitsamtes, der Koordinierungsstelle Frühe Kindheit am Landratsamt Cham, Vertretern der Landkreisverwaltung und der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion Plus im Landkreis Cham. Als ersten Schritt will man sich dabei gleich zu Beginn darum kümmern, Berufsrückkehrerinnen zu gewinnen. „Laut Umfrageergebnissen beträgt die Verweildauer von Hebammen im Beruf im Durchschnitt nur 3,5 Jahre“, sagt Andrea Bemerl, Hebamme am Chamer Krankenhaus. „Dies ist eine sehr erstaunliche Zahl, gerade vor dem Hintergrund der drei Jahre dauernden Ausbildung“ ergänzt Dr. Albert Eisenreich, Leiter des Gesundheitsamtes, und fährt fort „es müssten also einige Hebammen wahrscheinlich sogar im Landkreis Cham vorhanden sein, die vielleicht wegen Schwangerschaft oder aus anderen Gründen ihre Tätigkeit aufgegeben haben“. „Möglicherweise hat auch die frühere ungünstige Situation bei der teuren Berufshaftpflicht dazu beigetragen, was aber seit ca. zwei Jahren durch eine teilweise Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung heute kein großes Problem mehr ist“, erläutert Andrea Bemerl. Peter Fleckenstein, Leiter der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion Plus, ergänzt: „Aus meinem persönlichen Umfeld ist mir bekannt, dass zum Teil auch die Arbeitszeiten eine Rolle spielen, die sich manchmal schwer mit dem Familienleben vereinbaren lassen“. Auch hier gibt es aber neue Ansätze, wie Bettina von Armansperg, ebenfalls Hebamme am Chamer Krankenhaus, darstellt: „Bei uns gibt es verschiedene Arbeitszeit- und Teilzeit-Modelle, die viele Kombinationen zulassen und uns die Arbeit erleichtern.“ Landrat Franz Löffler hat darüber hinaus zugesagt, dass der Landkreis rückkehrinteressierte Hebammen beim Besuch eines eventuellen Wiedereinsteigerkurses unter bestimmten Voraussetzungen auch finanziell unterstützen wird.

Interessierte „Wiedereinsteigerinnnen“ können sich schon jetzt gerne bei den Chamer Hebammen (Andrea Bemerl, Tel. 09971/760598) melden.

 

 

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