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Chamer Flughelfergruppe hilft bei Waldbränden in der Böhmischen und Sächsischen Schweiz

23.08.2022

Vom 4. bis 14 August 2022 betreuten die Helfer einen Landeplatz für Hubschrauber, die zur Brandbekämpfung aus der Luft eingesetzt waren

Die Flughelfer aus dem Landkreis Cham bei Ihrem Einsatz

Die Flughelfergruppe der Feuerwehren des Landkreises Cham hat erfolgreich ihren bislang größten Einsatz bei den Waldbränden in der Böhmischen und Sächsischen Schweiz absolviert. Vom 4. bis 14 August 2022 betreuten die Helfer einen Landeplatz für Hubschrauber, die zur Brandbekämpfung aus der Luft eingesetzt waren. „Es ist nicht selbstverständlich, dass unsere ehrenamtlichen Helfer auch außerhalb Bayerns tatkräftig anpacken“, so Landrat Franz Löffler, nachdem er zusammen mit Kreisbrandrat Michael Stahl das Hilfeersuchen des Freistaates Sachsen unterstützte. „Aber die Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis Cham sind nun einmal gefragte Expertinnen und Experten und zur Lösung einer Extremsituation - wie bei diesem Waldbrand - bestens vorbereitet, dies zeigt das Beispiel der Flughelfergruppe deutlich.“ „Ich bin dankbar für die engagierten Einsatzkräfte. Wieder einmal gab es kein Zaudern“, ergänzt Kreisbrandrat Michael Stahl. „Wir helfen da, wo wir gebraucht werden.“

Am Sonntag, den 24.07.2022 brach im Nationalpark der Böhmischen Schweiz ein Waldbrand aus, welcher zwei Tage später auf deutsches Staatsgebiet übergriff. In Folge des Brandes sind gut 1.000 Hektar Wald auf deutscher und tschechischer Seite den Flammen zu Opfer gefallen. Die örtlichen Kräfte bekämpften den Waldbrand tagelang, konnten diesen aber ohne weitere Unterstützung nicht selbst unter Kontrolle bekommen. Daher erreichte den Freistaat Bayern ein Hilfeersuchen des Freistaates Sachsen. Angefordert wurden mehrere Hubschrauber der Bayerischen Landespolizei, sowie ausgebildete Flughelfer der Feuerwehr. In Bayern sind 18 Flughelfergruppen stationiert, u.a. im Landkreis Cham.  

Gemeinsam durchgeführte Übungen und die guten Kontakte zwischen den Flughelfern und den Polizeihubschrauberstaffeln aus Bayern und Sachsen waren die Basis für eine reibungslose Zusammenarbeit im Schadensgebiet. Erst im vergangenen Jahr übten die Chamer Kräfte zusammen mit den Hubschraubern aus Sachsen bei einer Gemeinschaftsübung in Hienheim. Dadurch waren die Fähigkeiten der bayerischen Einsatzkräfte bereits gut bekannt.

Die Kräfte der Flughelfergruppe Landkreis Cham starteten am 4. August um 2 Uhr nachts mit den Einsatzfahrzeugen „Kater Thürnstein 11/1“ (Führungsfahrzeug) und „Kater Arrach 36/1” (Wechselladerfahrzeug mit dem Abrollbehälter Besprechung) in das 424 km entfernte Bad Schandau. Vor Ort wurde der Führungsdienst der Flughelfergruppe Lkr. Cham damit beauftragt, eine Abschnittsleitung für einen der Landeplätze zu errichten und zu betreiben. Die Weitere Flughelfer aus Bayreuth betreuten die vorbereiteten Absetzplätze für die ankommenden Maschinen mit den Außenlastbehältern im Brandgebiet. Zusätzliche Einheiten aus Bischofsheim und der Feuerwehrschule Würzburg bereiteten die Lasten vor und hängten diese an die Hubschrauber an bzw. ab. Im gesamten Einsatzverlauf wurden Hubschrauber der Sächsischen, Thüringer und Bayerischen Landespolizei, sowie der Bundespolizei betreut. Auch Maschinen der Bundeswehr, sowie Hubschrauber von zwei privaten Luftfahrtunternehmen aus Deutschland und Österreich landeten auf dem in bayerischer Hand geführten Landeplatz.

Insgesamt waren bis zu 22 Luftfahrzeuge gleichzeitig am Himmel. Eine Besonderheit waren auch die zwei italienischen Canadair Löschflugzeuge, welche die Feuerwehrleute auf tschechischer Seite unterstützen. Zwischenzeitlich wurden diese durch zwei Maschinen aus Schweden abgelöst, da sie zurück nach Italien flogen, um dort Löscheinsätze fliegen zu können. Bereits seit Einsatzbeginn waren zwei tschechische Löschflugzeuge vom Typ Antonov An-2 im Einsatz.

Nach jeweils zwei Einsatztagen wurde das Personal durch andere Flughelferstandorte ersetzt. Lediglich die Einheiten aus Cham und Bayreuth verblieben den kompletten Einsatz mit jeweils vier Einsatzkräften vor Ort, um die Abschnittsleitung, sowie die Koordination am Berg nicht zu unterbrechen.  

Die Einsatzbereitschaft in der Heimat war dadurch nicht gefährdet, wie sich beim Waldbrand bei Vilzing und Lohberg zeigte. Der parallellaufende Flughelfereinsatz in der Heimat konnte zusammen mit der Gruppe aus Straubing erfolgreich abgearbeitet werden. 

Unterstützt wurden das Flughelferpersonal in Sachsen durch das Side-by-Side Fahrzeug der Feuerwehr Rimbach. So konnte das Bodenpersonal Erkundungsaufträge für Lastaufnahmeplätze eigenständig durchführen, ohne dafür einen Hubschrauber aus dem Einsatz herauslösen zu müssen. 

Kreisbrandrat Michael Stahl war mit Kreisbrandmeister Thomas Wittmann ebenfalls vor Ort. Dort wurde mit dem eingesetzten Personal die weitere Personalplanung und ein möglicher Materialnachschub in das Einsatzgebiet besprochen.

Bis zum Einsatzende der Flughelfer aus Bayern waren zudem noch die Flughelfer aus Aschaffenburg, München, Schwabach, Herzogenaurach sowie Neustadt an der Donau im Einsatz.

Am Sonntag, den 14.08.2022 wurden die Flughelfer aus Bayern aus dem Einsatz entlassen.

Aus dem Landkreis Cham waren KBM Konrad Kellner (Kreisbrandinspektion), Johannes Haselsteiner, Martin Silberbauer (beide FF Arrach), Anna Weinfurtner, Kilian Achatz (beide FF Haibühl-Ottenzell), Christian Kress, Stefan Kress, Johannes Brandl (alle FF Lohberg), Monika Zimmermann (FF Arnschwang), Lukas Kroner, Mario Mischok (beide FF Rimbach) und Christian Koller (FF Thürnstein) im Einsatz. 

Kategorien: Politik, Facebook, Natur & Umwelt

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