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Ausländische Auszubildende als Beitrag zur Fachkräftesicherung

15.02.2019

Die Fachkräftesicherung ist ein zentrales Anliegen der Landkreispolitik. Landrat Franz Löffler steht dazu in stetigem Dialog mit den Unternehmen im Landkreis.

Beste Aussichten Landkreis Cham

Bei einem Erfahrungsaustausch, zu dem der Landrat am Mittwoch ins Landratsamt eingeladen hatte, standen dieses Mal die Erfahrungen der Unternehmer bei der Beschäftigung von Auszubildenden aus dem Ausland, die der Landkreis in den letzten fünf Jahren über  Förderprojekte akquiriert hat, zukünftige Fördermöglichkeiten durch die Agentur für Arbeit und weitere Strategien zur Gewinnung von ausländischen Auszubildenden im Fokus.

 

Landrat Franz Löffler schilderte eingangs die enorm dynamische Entwicklung der Wirtschaft im Landkreis Cham, die sich in einer zunehmenden Nachfrage nach Fachkräften und auch an steigenden Einkommen zeige. Dieser an sich erfreuliche Trend führe aber auch dazu, dass nicht alle Ausbildungsstellen besetzt werden können. Der Landkreis Cham nehme seine freiwillige Aufgabe „Wirtschaftsförderung“ sehr ernst und verstehe sich als Partner und Dienstleister für die Wirtschaft, um bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen. Bereits seit vielen Jahren arbeite man in erfolgreichen Netzwerken zusammen und habe daraus mit der Wirtschaft konkrete Projekte entwickelt und umgesetzt. Im Vordergrund stehe dabei das Zugehen auf und die Qualifizierung der Menschen im Landkreis, von der Werbung für MINT-Berufe schon in den Grundschulen und Kindergärten bis zum Studienangebot am Technologiecampus Cham. Mit dem Studienabbrecher-Projekt „Beste Chancen“, der Integration von Arbeitskräften mit Handicap, den Bildungskoordinatoren für Neuzugewanderte und speziellen Angeboten für benachteiligte Jugendliche und Frauen schöpfe man weitere Potenziale aus.

 

18 Fachkräfte aus Spanien und Kroatien noch im Landkreis

Bereits seit 2013 unterstütze der Landkreis Cham erfolgreich junge Menschen aus Spanien und Kroatien bei einer Ausbildung im Landkreis Cham. Nach dem Auslaufen der Finanzierung aus dem Fonds „Mobi Pro EU“ (2013 – 2016) habe man für 2017 zusammen mit dem Landkreis Schwandorf, der Agentur für Arbeit und dem Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS) ein neues Finanzierungskonzept aufstellen können. 35 Azubis haben bisher erfolgreich ihre Prüfung abgelegt. 18 davon sind als Fachkräfte noch im Landkreis. Andere haben den Arbeitsort gewechselt oder sind in ihre Heimatländer zurückgegangen. Aktuell ist der Landkreis Cham an einem Modellprojekt beteiligt, bei dem spanische Kräfte in Bayern zu Pflegekräften umgeschult werden. Derzeit leisten vier Personen ein Praktikum im Landkreis ab, bevor sie sich für eine Umschulung ab September diesen Jahres entscheiden. Die Vertreter der Agentur für Arbeit stellten in diesem Zusammenhang das neue Qualifizierungschancengesetz vor, das Fördermöglichkeiten sowohl für deutsche als auch für ausländische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bietet.

 

Wichtige Vorbereitung auf Sprache und Kultur

In der folgenden Diskussion wurde deutlich, dass die Ausbildung von jungen Menschen aus dem Ausland intensiver Bemühungen bedarf, vor allem was das unabdingbare Erlernen der deutschen Sprache und die Vorbereitung auf unsere Kultur betrifft. Das gilt sowohl für Bewerber aus der EU und den angrenzenden Staaten als auch für Flüchtlinge, die sich integrieren wollen. Landrat Franz Löffler sicherte den Unternehmen, die diesen Weg mitgehen wollen, die Unterstützung des Landkreises zu. Die sorgfältige Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber im Herkunftsland sei entscheidend für das Gelingen eines solchen Ausbildungsprojekts. Deshalb müsse man auch zusammen mit der Agentur für Arbeit klären, in welchen Ländern die Bereitschaft zur Ausbildungszusammenarbeit besteht und welche Strukturen, auch mit Partnern vor Ort, dafür genutzt werden können

 

 

 

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