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Arztbesuche bei schweren Erkrankungen und Unfällen nicht aufschieben

09.04.2020

Landrat, Gesundheitsamt, Sana Kliniken und niedergelassene Ärzte appellieren an die Bevölkerung

Arztbesuche bei schweren Erkrankungen und Unfällen nicht aufschieben

Bei einem Gespräch, das Landrat Franz Löffler vor kurzem mit Hausärzten aus dem Landkreis Cham geführt hat, wurde deutlich, dass der Aufenthalt im Krankenhaus oder der Besuch in der Arztpraxis aktuell für viele Patienten vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie zu erheblichen Unsicherheiten führt. Sie scheuen sich zumeist aus Angst vor einer Infektion mit Covid-19, ärztliche Einrichtungen aufzusuchen. Unbehandelte Beschwerden können allerdings zu schweren Krankheitsverläufen oder gar zu vermehrten Todesfällen, den „stillen Opfern“ der Krise, führen. Landrat Franz Löffler weist deshalb zusammen mit dem Gesundheitsamt, den Sana Kliniken des Landkreises Cham und den niedergelassenen Ärzten der Region darauf hin, dass man auch künftig bei ernsthaften Beschwerden dringend ärztlichen Rat in Praxis oder Klinik in Anspruch nehmen sollte. Medizinisch notwendige Behandlungen sollten nicht ohne vorherige Absprache mit einem Arzt aufgeschoben werden. Hierfür stehen die niedergelassenen Medizinerinnen und Mediziner im Landkreis sowie bei stationären Fällen das ärztliche Personal der Kliniken zur Verfügung.

„Unsere Kliniken haben sich auf die umfassende Versorgung zahlreicher Covid-19-Patienten vorbereitet, halten dafür entsprechende Krankenhaus- und Intensivstationsbetten frei und haben planbare Behandlungen und Operationen aufgeschoben“, erklärt PD Dr. Anita Breu, Chefärztin für Anästhesie und Intensivmedizin an den Sana Kliniken des Landkreises Cham. „Das bedeutet aber natürlich nicht, dass nicht auch weiterhin Kapazitäten für „normal“ akut oder chronisch kranke Patienten zur Verfügung stehen“, stellt die erfahrene Medizinerin fest. Die Ärzte, Pflegekräfte und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kliniken würden sich nach wie vor um Personen kümmern können, die wegen ernsthafter Leiden – beispielsweise Herzinfarkt oder Krebs – eine Behandlung benötigen.

Dr. Johanna Etti, die kürzlich zur Versorgungsärztin berufen wurde, um die ambulante ärztliche Grundversorgung auch während der Corona-Pandemie aufrechtzuerhalten, betont: „Patienten mit schweren Beschwerden sollten definitiv nicht allzu lange mit einem Arztbesuch warten. Alle Hausärzte, Fachärzte und Zahnärzte im Landkreis Cham sind weiterhin für IHRE Patienten da! Weitreichende Maßnahmen wurden in den Praxen schon vor fünf Wochen ergriffen, um einen größtmöglichen Schutz aller Patienten zu gewährleisten. Liebe Patientinnen, liebe Patienten: Bitte rufen Sie vor einem Arztbesuch dort an, damit ihr Besuch oder das weitere Vorgehen bestmöglich geplant werden kann.“

Landrat Franz Löffler unterstützt den Aufruf von Kliniken und Ärzten: „Unsere Kliniken und Praxen haben sich bereits bestmöglich auf die neuen Herausforderungen eingestellt und verfügen über ausreichende Kapazitäten, um eine breite medizinische Versorgung der Bevölkerung weiterhin zu gewährleisten. Es wäre fatal, wenn ernsthafte Gesundheitsprobleme aus Angst oder vermeintlich zu knapper Behandlungskapazitäten unbehandelt bleiben und schwere Gesundheitsschäden oder gar Todesfälle nach sich ziehen.“

Dr. Albert Eisenreich, der Leiter des Gesundheitsamtes am Landratsamt Cham, ergänzt: „Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie führen wir Tests durch, ermitteln Kontaktpersonen und veranlassen Quarantänemaßnahmen. Wir beraten pflegerische und medizinische Einrichtungen, aber gleichzeitig ist es von größter Bedeutung, die dringend nötige medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten. Es ist wichtig, dass es jetzt nicht zu Versorgungslücken oder Versorgungsengpässen kommt!“

 

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