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Alte Rinderrasse weidet im Naturschutzgebiet Regentalaue

12.07.2018

Interessierte können sich am 21. Juli genauer informieren

Beweidungsprojekt in der Regentalaue

Im Beisein zahlreicher Gäste eröffnete Landrat Franz Löffler am 26. April 2018 das „Beweidungsprojekt Regentalaue“ im Naturschutzgebiet Regentalaue zwischen Cham und Pösing. Jetzt, ca. drei Monate später, hat die mittlerweile auf 19 Tiere angewachsene Rotviehherde das Landschaftsbild in der Weide bereits deutlich geprägt. Diese Veränderungen lassen das angestrebte Ziel des Beweidungsprojektes schon jetzt deutlich erkennen.

Daher lädt der Landkreis Cham als Projektträger alle Interessierten am Samstag, den 21. Juli 2018 um 15:30 Uhr zu einer Besichtigung der Weideflächen und der Rotviehherde ein.

Treffpunkt: Aussichtsturm bei Untertraubenbach.

 

Alle am Projekt beteiligten Stellen,

die Familie Fuchs, Untertraubenbach, als Betreiber der Weide,

die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Cham,

die Höhere Naturschutzbehörde der Regierung der Oberpfalz,

das Büro landimpuls GmbH, Regenstauf,

das Fachzentrum für Fleischrinderzucht am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf

sowie die Ornithologische Arbeitsgruppe Regentalaue

stellen das Projekt vor und beantworten die Fragen der Besucher.

 

 

Infos zum Projekt

Pflege durch Nutzung

Mehrere Fliegen mit einer Klappe will die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Cham mit dem „Beweidungsprojekt Regentalaue“ schlagen. Durch extensive Beweidung mit der vom Aussterben bedrohten alten Haustierrasse „Rotes Höhenvieh“ wird ein 21 Hektar großes Teilgebiet des Naturschutzgebietes Regentalaue zwischen Cham und Pösing im Sinne des Biotop- und Artenschutzes bewirtschaftet.  Ziel ist es, die reine maschinelle Landschaftspflege zu minimieren und eine Entwicklung zu einer verträglichen, nachhaltigen Nutzung mit geschlossenen Stoffkreisläufen anzustoßen. Das Besondere: Naturschutz und Landwirtschaft versuchen hier gemeinsam neue Wege zu gehen.

 

Die Regentalaue – eine historische Kulturlandschaft im Landkreis Cham

In Feuchtgebieten wie den Auen war Beweidung traditionell lange die vorherrschende Nutzungsform. Großflächige Reste dieser alten Kultur- und Naturlandschaften finden sich aber fast nur noch in Osteuropa. So wurden auch die Wiesen in der Regentalaue in den letzten Jahrzehnten ausschließlich durch Mahd bewirtschaftet.

Die Regentalaue ist nicht nur das größte Naturschutzgebiet der Oberpfalz, sondern auch Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 mit einem zum Teil einzigartigen Bestand an seltenen Pflanzen und Tieren. Außerdem besitzt es nationale Bedeutung als Brut- und Rastgebiet für Wiesenbrüter und Wasservögel.

Da es sich um ein ökologisch sensibles Gebiet handelt, baut das Beweidungskonzept auf einer von der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung der Oberpfalz beauftragten Kartierung der Vegetation und der Tierwelt auf. Im Zuge des Monitorings soll das Brutverhalten der Vögel und die Entwicklung von seltenen Pflanzen erfasst werden, bei Bedarf wird das Weidemanagement angepasst. Eine Veränderung der Fläche hin zu mehr Strukturvielfalt und Biodiversität ist aber in jedem Fall das Ziel dieses Beweidungsprojektes.

Nicht unterschätzt werden sollte auch der positive Aspekt für den Tourismus, der sich aus dem Naturschutzprojekt entwickeln könnte: Extensive Beweidung mit alten Rassen kann im Rahmen eines naturbetonten Tourismus die Attraktivität einer Landschaft zusätzlich steigern.

 

 

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