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Afrikanische Schweinepest in Tschechien: Landratsamt Cham mahnt zur Vorsicht

06.07.2017

Bei einem Wildschwein in Tschechien, circa 250 Kilometer südöstlich von Prag, wurde die Afrikanische Schweinepest festgestellt.

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Das Veterinäramt am Landratsamt Cham bittet deshalb Landwirte, Jäger, Viehhändler und Transporteure, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, um das Risiko einer Einschleppung nach Deutschland zu minimieren. Eine gesundheitliche Gefährdung des Menschen ist nicht gegeben.

Anfang 2014 wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmalig in Litauen an der Grenze zu Weißrussland und in Ostpolen bei Wildschweinen festgestellt. Seither hat sich diese für Wild- und Hausschweine empfängliche Seuche über große Teile der baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland ausgebreitet und auch in Ostpolen festgesetzt. Am 27.06.2017 hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Feststellung der Afrikanischen Schweinepest bei einem Wildschwein in der Region Zlin in Tschechien (ca. 250 km südöstlich von Prag) informiert.

Der Seuchenerreger wurde damit erstmalig innerhalb der EU über eine größere Entfernung vom bisherigen Seuchengeschehen nach Westen verschleppt. Er stellt damit eine zunehmende Bedrohung auch für unsere Schwarzwildpopulation und unsere Hausschweinebestände dar.

Bei der ASP handelt es sich um eine hochansteckende, in der Regel tödlich verlaufende, mit inneren Blutungen einhergehende Erkrankung der Haus- und Wildschweine, für die alle Altersgruppen empfänglich sind. Das ASP-Virus ist in allen Körperflüssigkeiten und Geweben infizierter Tiere nachweisbar und weist eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen auf.

Es gibt weder Impfstoffe noch Arzneimittel, um einer ASP-Infektion vorzubeugen, noch eine entsprechende Behandlungsmöglichkeit. Infizierte Hausschweinebestände müssen getötet und unschädlich beseitigt werden. Daher ist es besonders wichtig, dass eine Seucheneinschleppung nach Deutschland vermieden bzw. möglichst rasch erkannt wird.

Vorsichtsmaßnahmen
Das Veterinäramt Cham weist vor diesem Hintergrund darauf hin, dass Landwirte, Jäger, Viehhändler und Transporteure bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachten sollten, um das Risiko einer solchen Einschleppung nach Deutschland zu minimieren.

Für Schweinehalter ist es wichtig, auf die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen zu achten. Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn Schweinehalter gleichzeitig die Jagd ausüben, Geschäftskontakte zu von ASP betroffenen Regionen unterhalten oder von dort stammendes Personal beschäftigen.

Die Jägerschaft ist aufgerufen, keine Schlacht- und Speiseabfälle auf Luderplätze oder Kirrungen auszubringen und verendete oder vor dem Erlegen auffällige Wildschweine dem Veterinäramt zu melden, damit die erforderliche Untersuchung auf ASP veranlasst werden kann. Bei der Schwarzwildjagd ist verstärkt auf Hygienemaßnahmen zu achten. Der Kontakt zu Hausschweinebeständen ist zu vermeiden. Die Jagdausübung in von ASP betroffenen Regionen der genannten Länder sollte unterbleiben.

Viehhändler und Transporteure sind aufgerufen, nach Durchführung von Schweinetransporten die Transportfahrzeuge besonders gründlich zu reinigen und zu desinfizieren, die Transporte lückenlos zu dokumentieren und Transporte in von ASP betroffene Regionen zu unterlassen.

Für weitere Auskünfte steht das Veterinäramt am Landratsamt Cham, Telefon Nr. 09971/78-224, zur Verfügung.

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