Die Brutsaison in der Regentalaue 2011
Großer Brachvogel: 12 Brutpaare mit 7 flüggen Jungvögeln
Der beste Bruterfolg seit 2008. Der Brutbestandes nahm um 1 Paar zu. Mit einem Durchschnitt von 0,58 flüggen Jungen pro Jahr wurde der zur Bestandserhaltung notwendige Wert von 0.6 bis 0,8 nicht erreicht.
Auffallen ist, dass sich der Brachvogel zunehmend auf die störungsfreiesten Bereiche der Aue zurückzieht. Die Nähe zu stark frequentierten Bereichen wird eindeutig gemieden.
Uferschnepfe: 4 Brutpaare mit 7 flüggen Jungen
Die Uferschnepfe kommt in der Oberpfalz nur noch im Regental bei Cham vor. Der Brutbestand liegt in Bayern bei 40 Paaren. Der Bestand in der Regentalaue ist mit 4 Paaren stabil. Ein weiteres Paar ist vermutlich wegen der Trockenheit im April abgezogen. Durch gezielte Schutzmaßnahmen in Abstimmung mit den örtliche Landwirten ist es in den letzten Jahren gelungen den Bruterfolg deutlich zu steigern.
Rotschenkel: 1 Brutpaar mit 1 flüggen Jungvogel.
Der Rotschenkel kommt mit 5-10 Brutpaaren nur noch an 4 Stellen in Bayern vor. In der Regentalaue brüteten in den letzten Jahren bis zu 3 Paare. Der früher regelmäßig im Gebiet brütende Rotschenkel verschwand nach der Flurbereinigung Mitte der 1970er Jahre aus dem Gebiet. Durch gezielte Fördermaßnahmen brütet der seltene Wiesenvogel seit 2007 wieder regelmäßig in der Regentalaue.
Kiebitz: 157 Brutpaare mit 49 flüggen Jungvögeln
Der dramatische Bestandsrückgang der letzten Jahre scheint vorerst gestoppt zu sein. Allerdings führte die extreme Trockenheit 2011 zu vielen Brutaufgaben. Nur 60 Paare brüteten durchgehend, davon zogen lediglich 24 Paare 49 Junge auf.
Wachtelkönig: 5 besetzte Reviere
Der Wachtelkönig ist die am spätesten brütende Wiesenvogelart. Erst sehr spät, Anfang Juni, konnten heuer die ersten singenden Männchen gehört werden. Die Jungvögel des nachtaktiven Wiesenvogel werden dann erst Mitte August flugfähig. Durch zusätzlichen Vereinbarungen mit den betroffenen Landwirten wird der Schnittzeitpunkt auf diesen Wiesen bis mindesten Mitte August oder sogar bis Anfang September verschoben.
Bekassine: 7 Brutpaare
Die auf extreme Nassstandorte angewiesene Bekassine ist der große Verlierer der Frühjahrstrockenheit des Jahres 2011. Einen ähnlich niedrigen Brutbestand gab es zuletzt im Trockenjahr 1976. Der Brubestand liegt in normalen Jahren bei 10-20 Paaren. Im Regental besiedelte heuer die Bekassine ausschließlich Standorte die durch die Dammbautätigkeit des Bibers einen sehr hohen Grundwasserstand aufwiesen.
Nestprämie
Auf Feuchtgrünland, dass einer zu geringen Bewirtschaftungs- oder Pflegevereinbarung unterliegt und auf diesen Gelege von bodenbrütenden Vogelarten nachgewiesen sind, wird mit den Landwirten eine jährliche Zusatzvereinbarung getroffen. Sofern keine einzelflächenbezogene Extensivierung, wie zum Beispiel nach den Bayerischen Agrarumweltmaßnahmen (VNP/EA oder KULAP), besteht, wird von Mitte März bis 20. Juni (Großer Brachvogel etc.) bzw. bis 20. August (Wachtelkönig) eine zusätzliche Nutzungsbeschränkung vereinbart. Diese freiwillige Beschränkung wird auch Nestprämie, die erstmals in Großbritannien und Norddeutschland ornitologisch angewandt wurde, bezeichnet. Je nach Einschränkung wird eine Prämie zwischen 200 und 300 Euro pro Hektar vereinbart, wobei mindestens ein Drittel des Grundstücks enthalten sein soll. 2011 wurden schwerpunktmäßig in den Regen- und Chambtalauen auf rund 26 Hektar derartige Schnittzeitvereinbarungen umgesetzt.

Die Uferschnepfe bei einem Bad im Quadfeldmühlbach
Kurze Zusammenfassung der Brutbestände in der Regentalaue 2010
Die
Brutbestände von Brachvogel, Uferschnepfe, Kiebitz und Rotschenkel hilten sich auch
2010 auf dem Niveau der Vorjahre.
Durch die gute Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft und der gezielten Anwendung der Nestprämie auf ca.10 Hektar Wiesenfläche konnten mehrere Paare der oben genannten Arten erfolgreich ihre Jungen groß ziehen.
Von 130
Kiebitzpaaren wurden ca. 230 Junge groß gezogen.
Bei der
Uferschnepfe wurden von 4 Paaren 8 Jungvögel flugfähig.
Die 11 Paare des
Großen Brachvogel brachten 6 Junge durch.
Beim
Rotschenkel wurden 2 Jungvögel flügge.
Ansprechpartner:
Projektträger: Landkreis Cham: Alois Stelzl, Tel. 09971/78-592, regentalaue@lra.landkreis-cham.de
Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Ostbayern: Peter Zach, Tel. 09963/1297