Regionalmanagement im Landkreis Cham

Der Landkreis Cham ist seit 1993 der innovative Vorreiter beim heute sog. "Regionalmanagement"!

Alle reden davon, aber was ist das?

Marketing, Werbung, Management, Merchandising. Alles Begriffe aus dem Business. Doch was ist "Regionalentwicklung und Regionalmarketing"?

Regionalentwicklung und -marketing stellen ein wichtiges Glied im regionalen Entwicklungsprozess dar. Sie wollen die Rahmenbedingungen der Region als Wirtschafts-, Lebens- und Urlaubsregion mitgestalten. Dazu bedarf es gezielter Maßnahmen. Die Stärken, Schwächen und der Bekanntheitsgrad der Region sind zu analysieren und aus- /abzubauen, das Image zu steigern.

Wirksame Regionalentwicklung und -marketing kann nur realisiert werden, wenn die Begeisterung dafür bei der gesamten Bevölkerung in der Region geweckt wird.

Die Stärkung der Region als Wirtschaftsstandort ist dabei nur eine Aufgabe. Durch Vorantreiben gezielter Projekte soll z. B. auch der Erhalt und die Verbesserung der Naturlandschaft, der Schutz von Pflanzen und Tieren oder die Nutzung regenerativer Energien gefördert werden.

Die Region soll so lebenswert bleiben wie sie ist. Dies ist auch für die Stärkung der Region als Tourismusstandort - eine weitere Aufgabe von Regionalentwicklung und -marketing - ein wichtiger Faktor. Der Tourismus dient sowohl der Stärkung des Bekanntheitsgrades als auch der Beseitigung von falschen Fremdbildern. Regionalentwicklung und Regionalmarketing sind sehr vielseitig. Keines von beiden kann für sich alleine stehen. Beides muss sich immer auf die verschiedenen Stärken und Chancen einer Region beziehen.

 


EU Ziel 3 

    



Förderhinweis
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Diese Aktivitäten werden seit Juni 2008 gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie mit Mitteln aus dem EFRE-Programm "Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung" Bayern 2007-2013 der Europäischen Union.



Der Landkreis Cham widmet sich seit 1993 intensiv dem Thema „nachhaltige Regionalentwicklung“. Angestoßen wurde der Prozess durch die Kräfte vor Ort, insbesondere durch die Kooperationsplattform „Aktionskreis Lebens- und Wirtschaftsraum Landkreis Cham e.V.“. Seit diesem Zeitpunkte betreibt der Landkreis Cham in Eigenregie und jetzt unterstützt durch das bayernweite Regionalmanagement gezielte Regionalentwicklung!

Mit der Imageanalyse und der Erarbeitung des Leitbilds in der sog. "Zukunftswerkstatt" Ende der 90er Jahre wurde ein umfassender Bottom-up-Prozess begonnen und damit innerhalb der Bevölkerung ein breites Bewusstsein und Engagement für die Entwicklung vor Ort geschaffen. Ungeahntes Potential konnte so aktiviert und für die zukünftige Gestaltung des Landkreises Cham gewonnen werden. Nachhaltig wird hier im Sinne von „teilhaben lassen und einbinden“ verstanden. Die Bewältigung großer Herausforderungen für den ländlichen Raum, wie die Globalisierung, die Osterweiterung der Europäischen Union, der fortschreitende Strukturwandel in der Landwirtschaft oder die demographische Entwicklung, bedarf diesem aktiven Regionalmanagement auf breiter Basis stärker denn je. Die Bürger nehmen hier die Zukunft der Region selbst in die Hand und freuen sich, wenn dieses Engagement von außen anerkannt und unterstützt wird. Durch Erfolge, wie die zahlreichen Auszeichnungen des Landkreises, werden sie in ihrem Tun immer wieder bestärkt. Die Arbeit im Landkreis Cham ist geprägt vom Zusammenhalt und dem großen Engagement innerhalb der Bevölkerung. „Beste Aussichten – Landkreis Cham“ ist der Slogan, den sich die Region gegeben hat, und der als Motto auch über diesem Handlungskonzept für den Landkreis Cham steht. Nicht ein professionelles Büro, sondern die Akteure im Regionalentwicklungsprozess selbst sind die „Akteure“ dieses Prozesses. Dadurch mag vielleicht nicht jeder Satz so perfekt und geschliffen sein wie das anderweitig der Fall wäre, die Eigenidentifikation aller Akteure mit dem Entwicklungskonzept dürfte dadurch jedoch wesentlich höher sein. Inhaltlich und für die weitere Gestaltung des Prozesses vor Ort dürfte dies außerdem kein Nachteil sein. Hier zeigt sich ein weiteres Mal, wie endogenes Potential genutzt und Eigenverantwortung und Eigenengagement gefördert werden können. Der Landkreis Cham möchte seinen Weg hin zu einer nachhaltigen regionalen Entwicklung selbstbewusst und konsequent fortsetzen.

Dazu werden im Rahmen des Regionalmanagements in den kommenden Jahren über das INTERREG IVa-Projekt folgende Ansatzpunkte in den nachstehenden Handlungsfeldern aufgegriffen und umgesetzt:

  1. Demografische Entwicklung und infrastrukturelle Auswirkungen

  2. Branchenstruktur und -vielfalt

  3. Nachhaltige KMU-Struktur

  4. Regionale Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit (Globalisierung)

  5. Qualifizierung (Aus- und Weiterbildung, Lebenslanges Lernen)

  6. Familie und soziale Strukturen

  7. Fachkräftebedarf - Abwanderung

 

 

Die Hauptaufgabe zum Aufbau eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes sind die persönlichen Kontakte und die Vermittlungstätigkeiten der regionalen Moderatoren, in Form von Projektleitung und Partner des Projektes. Im Einzelnen ergeben sich daher folgende Aufgaben für das Regionalmanagement als regionaler Moderator und Ansprechpartner:

 

  • Koordination der Entscheidungsgremien für Projekte
  • Erarbeitung von Projektideen und Projektunterlagen
  • Koordination der Projekte mit entsprechenden Fachstellen und Institutionen
  • Projektbegleitung und Moderation der Projektentwicklungsschritte
  • Koordination und Information der Netzwerkpartner
  • Informationstechnische Abwicklung des Projektes über www.regioport.com
  • Abstimmung mit tschechischen Partnern
  • Aufrechterhaltung der Kommunikation in den Netzwerken
  • Herstellen von Unternehmenskontakten
  • Workshoporganisation und andere Veranstaltungen mit möglichen Kooperationsfirmen
  • Moderation und Nachlese der Workshopergebnisse
  • Monitoring der Projektergebnisse
  • Kontinuierliche Projektdokumentation und Information der Projektbeteiligten
  • Projektplan mit Ressourcenkontrolle erstellen
  • Wissenschaftliche Begleitung koordinieren, Evaluation über Diplomarbeiten, Kontakte zu Hochschulen und regionalen Instituten
  • Präsentation der Initiative nach außen bei Konferenzen, Tagungen als Gast, Referent
  • Benchmarking mit anderen Regionen und Orten
  • Informationsrecherche und Weiterbildung der Akteure
  • Pflege der Kontakte zu anderen Regionalmanagementinitiativen im Nachbarraum