Liebe Bürgerinnen und Bürger,

vor 25 Jahren hat sich die Welt verändert. Das durften auch wir im Landkreis Cham ganz nah miterleben. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Öffnung der Grenzen zu Tschechien ist unsere Heimat vom Rand in die Mitte Europas gerückt. Die Menschen im Landkreis Cham haben diese Entwicklung von Anfang an als Chance erkannt und entsprechend gehandelt. Gemeinsam mit unseren tschechischen Nachbarn ist es uns in den vergangenen 25 Jahren gelungen, eine enge Partnerschaft und zahlreiche grenzüberschreitende Verbindungen aufzubauen – in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt, in Wissenschaft und Bildung oder in der Freizeit und in der Begegnung der Menschen.

 

Nicht nur geographisch, auch im Erleben und Fühlen der Menschen ist der Landkreis Cham im Zentrum Europas angekommen. Unsere Region ist ein attraktiver Lebensraum, der den Ballungsräumen in nichts nachsteht, wenn es um die Lebens-Chancen geht: Unsere innovativen mittelständischen Unternehmen bieten tüchtigen jungen Menschen beste Aufstiegsmöglichkeiten. Auch für Akademiker steigt das Angebot ständig, die Zahl dieser hochqualifizierten Arbeitsplätze hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt! Es ziehen mehr Menschen in den Landkreis Cham als weggehen. Die Bedingungen sind für Familien geradezu ideal, mit dem Ausbau der Betreuungsangebote lassen sich Beruf und Familie gut vereinbaren. Die Kultur- und Freizeitmöglichkeiten lassen kaum Wünsche offen. Auf der Plus-Seite stehen aber auch günstige Miet- und Baulandpreise, ein ausgewogenes soziales Umfeld und Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren.

 

Der Landkreis Cham und seine Gemeinden unterstützen diese gute Entwicklung. Wir investieren in eine gute und breit aufgestellte Bildungsinfrastruktur. Gerade in 2014 konnten wir mit dem Neubau der Holztechnikhalle am Baukompetenzzentrum Furth im Wald, der architektonisch anspruchsvollen Schulsporthalle in Bad Kötzting und der Inbetriebnahme des ersten Moduls am Berufsschul-Kompetenzzentrum Cham einige Meilensteine setzen. Wir sorgen mit einer aktiven Fachkräftepolitik für den nötigen Nachwuchs von Fach- und Führungskräften und fördern mit der Einstellung eines Netzwerk- und Technologiemanagers die Voraussetzungen für Innovation in den Unternehmen. Mit der Unterstützung durch den Freistaat Bayern sind auch Forschung und Lehre am Technologie Campus Cham gesichert.

 

Im kommenden Jahr geht es mit Hochdruck an die flächendeckende Fertigstellung einer hochbandigen Internetversorgung, damit die Anforderungen von „Industrie 4.0“ in digitalisierten Wirtschafts- und Produktionsabläufen erfüllt werden können. Um die Energiewende zu schaffen, kommt dem Flächenlandkreis Cham eine wichtige Rolle bei der dezentralen Energieversorgung zu. Schon jetzt werden hier 51,1 Prozent des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt. In Zukunft gilt es, durch Energiesparkonzepte und durch die Erschließung weiterer regenerativer Energiequellen diese Quote noch weiter zu verbessern!
Besondere Anstrengungen wird uns auch 2015 die Unterbringung der Flüchtlinge aus den Krisengebieten der Welt abverlangen. Neben der Beherbergung wollen wir vor allem Integration ermöglichen.

 

Ich danke allen, die sich in unserem Landkreis ehrenamtlich engagieren - im sozialen, kirchlichen oder kulturellen Bereich, im Sport, Denkmalschutz, Naturschutz oder in den Hilfsorganisationen. Meine Anerkennung spreche ich all denen aus, die sich heuer wiederholt oder erstmals bereit erklärt haben, für ein kommunales Gremium zu kandidieren. Ganz besonders danke ich allen, die sich ehren- oder hauptamtlich für alte, kranke und behinderte Menschen einsetzen. Die Palette ist vielfältig: Sie reicht von der Betreuung junger und der Pflege alter Menschen über Initiativen zur Verbesserung der Situation von Behinderten und zur Integration von Asylbewerbern bis zur medizinischen Versorgung.

 

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche und friedvolle Weihnachtszeit und ein gesundes und glückliches Jahr 2015. Alles Gute unserem Landkreis Cham und all seinen Menschen!

 

Ihr Landrat

Franz Löffler