Wappen des Landkreises Cham 

Wappengeschichte

Die früheren Landkreise Cham und Waldmünchen und die überwiegenden Teile der Kreise Kötzting und Roding bilden seit 1972 den heutigen Landkreis Cham. Das gesamte Kreisgebiet ist mit der bis in das 13. Jh. zurückreichenden bayerischen Amts- und Verwaltungstradition verbunden. Damit ist die Verwendung der bayerischen Rauten zu begründen. Im östlichen Bereich hatten die Grafen von Bogen vor den Wittelsbachern eine wichtige Position. Die stilisierte Ansicht der Kirche von Chammünster erinnert an die im Früh- und Hochmittelalter von dort ausgehende Christianisierung des Bayerischen und des Oberpfälzer Waldes sowie der angrenzenden böhmischen Gebiete. Die Farbgebung des Wappens mit der Kirche in den Farben Rot und Silber verweist auf das legendäre Wappen (vor 1204) der Markgrafen von Cham-Vohburg.

 
Der Kreisausschuss des Altlandkreises Cham beschließt am 18.12.1961 auf Initiative von Landrat Dr. Max Fischer ein eigenes Landkreiswappen anzuschaffen. Stellvertretender Landrat, Geistlicher Rat Josef Pongratz schlägt in dieser Sitzung vor, als Symbol die Kirche von Chammünster zu verwenden. „Er wisse kein anderes Denkmal, das die ‚marchia cambe’ besser zum Ausdruck bringe. Von dieser Stelle seien nicht nur das Christentum, sondern die ganze Kultur der Oberpfalz entsprungen.“ Der Kreistag nimmt den Entwurf des Heraldikers Max Reinhart, Passau, für das neue Landkreiswappens am 07.06.1962 einstimmig an. Erst am 22.09.1969 legt der Kreistag Cham fest, eine Landkreisfahne anzuschaffen. In seiner Sitzung vom 20.03.1970 beschließt er die Führung einer dreistreifigen Fahne in der Farbfolge Rot-Weiß-Blau mit aufgelegtem Landkreiswappen (Genehmigung des Bayerischen Staatsministerium des Innern – BayStMI vom 04.11.1970). Mit der Gebietsreform von 1972 gehen die alten Landkreise unter und mit ihnen deren Wappen und Fahnen. Deshalb werden im neuen Landkreis Cham drei verschiedene Wappenvorschläge eingebracht und zwar: „1. Diepoldinger Drache mit dem Chamer Kampl in den Fängen. 2. Geviertes Wappen aus den Symbolen der vier Altlandkreise und dem Rautenwappen als Herzschild, der vom Chamer Kampl bekrönt ist und 3. Wappen des Altlandkreises Cham“. Der Kreistag beschließt am 19.09.1975 die Weiterführung des alten Chamer Landkreiswappens und mit Beschluss des Kreistages Cham vom 31.10.1975 erfolgt auch die Übernahme der Fahne des alten Landkreises Cham.
 

Wappenbeschreibung

„Unter Schildhaupt mit den bayerischen Rauten in Rot die zweitürmige silberne Kirche von Chammünster in Seitenansicht.“
Wappen seit 1962 (Ministerialentschließung des Bayerisches Staatsministerium des Innern vom 17.08.1962), erneuert 1975 (Schreiben der Regierung der Oberpfalz vom 09.12.1975)
 
Quelle:
BUCHER, REINHOLD: Die Gemeindewappen des Landkreises Cham in farbiger und graphischer Tingierung. In: Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham 24. Band (2007) S. 207-278. ISSN 0931-6310

Wappenmotiv

Aufgrund dieser mittlerweile historischen Fotos des Marienmünsters zu Chammünster fertigte im Jahr 1962 der Heraldiker Max Reinhardt, Passau, die Wappenzeichnung des Landkreises Cham.

Um einen besseren Blick auf das überregional bedeutende Denkmal zu ermöglichen, wurden die Gebäude zwischen Kirche und Straße schon vor Jahren abgetragen.

Diese Bilder liefern die Erklärung, warum das Münster auf dem Landkreiswappen in der wenig verwendeten Nordansicht erscheint.