Landkreisreise 2015: Neustadt an der Weinstraße – Pfälzer Weinkultur

Im Herbst 2015 hieß es bereits zum 10. Mal „Unser Landkreis geht auf Reisen“.

 

Vom 28. September bis zum 2. Oktober führte die Reise dieses Mal in den Westen Deutschlands. Neustadt an der Weinstraße war das erste Ziel der Reise, von dem aus weitere Sehenswürdigkeiten und Höhepunkte der Region angesteuert wurden:

 

Einige Highlights der Reise im Überblick:

  • Neustadt an der Weinstraße, die heimliche „Weinhauptstadt Deutschlands“, beeindruckt durch ihre historische Altstadt mit verwinkelten Gassen und malerischen Fachwerkhäusern
  • Besuch des ältesten Weinguts in der Pfalz, der Herrenhof in Neustadt-Mußbach
  • Fahrt durch die reizvolle Landschaft der Südlichen Weinstraße
  • Besuch der Landesgartenschau in der ehemaligen Festungsstadt Landau
  • Führung auf dem Hambacher Schloss, dem Symbol für den Kampf um die deutsche Demokratie

 


 

10 Jahre „Ein Landkreis geht auf Reisen“

Zum Jubiläum erfahren die Teilnehmer Pfälzer Weinkultur

 

Im Jubiläumsjahr besuchten die Chamer die Pfalz. Von Neustadt an der Weinstraße aus erkundeten Sie die ehemalige Festungsstadt Landau samt Landesgartenschau, das Hambacher Schloss als Symbol für die deutsche Demokratie, den Ort Deidesheim und mit dem „Herrenhof“ das älteste Weingut der Pfalz. Weiterhin stand eine Fahrt entlang der südlichen Weinstraße durch malerische Weindörfer und die reizvolle Landschaft auf dem Programm.

 

Am ersten Tag in Neustadt bekamen die Reiseteilnehmer bereits einen ersten Eindruck von Deutschlands zweitgrößtem Weinanbaugebiet. Eine kleine Kostprobe durften die Chamer am Ende der Stadtführung in Neustadt in Form eines Gläschen Weißweins entgegennehmen. Zuvor hatten sie bereits Einiges über Neustadt, den sozial eingestellten „Neustädter“ Hetzel und die Sagenwesen der Region, die Elwetritsche, gelernt. Besonders sehenswert war der Marktplatz mit der Stiftskirche, die nicht nur eine Trennwand im Inneren zwischen katholischer und evangelischer Gemeinde hat, sondern auch zwei unterschiedliche Kirchtürme aufweist. Die spitze Form des Kirchturms ließ keine Türmerwohnung zu, so wurde kurzerhand der Turm gekappt und durch einen barocken Aufbau ersetzt. Untergebracht ist die Reisegruppe im Panorama Hotel in Neustadt, das seinem Namen alle Ehre macht. Vom Restaurant im 8. Stockwerk hat man einen herrlichen Ausblick auf Neustadt und seine Umgebung.

 
Am zweiten Tag stand die Festungsstadt Landau in der Pfalz auf dem Programm. Landau, lange in französischer und dann in bayerischer Hand, ist geprägt durch die militärische Vergangenheit, die noch heute in Kasernenanlagen und Straßennamen deutlich wird. Auf dem Rathausplatz erinnert ein Denkmal von Prinzregent Luitpold an die bayerischen Wurzeln. Ein berühmter Sohn der Stadt, Thomas Nast, war aufgrund schwieriger Rahmenbedingungen einst nach Amerika ausgewandert. Als Karikaturist  machte er sich dann bei der New York Times einen Namen. Er entwarf nicht nur die Parteisymbole der Republikaner und Demokraten, sondern auch das bekannte Dollarzeichen. Selbst der Weihnachtsmann wurde von ihm in Form von Santa Claus in die USA exportiert. Nach der obligatorischen Stadtführung bot die Landesgartenschau zahlreiche Informationen und Anregungen für den eigenen Garten. Angelegt auf einem ehemaligen Kasernengelände, das später zum Teil in ein Wohngebiet umgewandelt wird, knüpft es ebenfalls an die Vergangenheit Landaus an.

 

Am dritten Tag tauchten die Landkreis-Reisenden tief ein in die Geschichte der deutschen Demokratie. Sie besuchten das Hambacher Schloss, zu dem im Jahre 1832 rund 30.000 Menschen mit zahlreichen schwarz-rot-goldenen Fahnen hochgezogen waren. Die Forderungen des Hambacher Festes, wie z.B. die Meinungs- und Pressefreiheit, sind später in das Deutsche Grundgesetz eingeflossen. Das Hambacher Fest wird deshalb als Wiege der Demokratie bezeichnet. Beeindruckend war nicht nur das Schossgebäude selbst, das über Neustadt an der Weinstraße trohnt und einen herrlichen Ausblick in die weite Umgebung bietet. Auch die Ausstellung „Hinauf, hinauf zum Schloss“ war äußerst beeindruckend und bot einen Überblick über die Entwicklung der Demokratie bis in die Gegenwart. Auch auf dem Hambacher Schloss wurde die enge Verbindung zwischen Bayern und der Pfalz wieder deutlich: 1842 wurde es dem Kronprinzen Maximilian von Bayern als Hochzeitsgeschenk überlassen und hieß von da an „Maxburg“.

 

Nach einer regional typischen Kastaniensuppe machte sich die Reisegruppe dann von Hambach aus auf den Weg nach Deidesheim. Dorthin lud Bundeskanzler Helmut Kohl früher wichtige Staatsgäste zu einem „Pfälzer Saumagen“ in den Deidesheimer Hof ein. Weitere interessante Gebäude stellen die spätgotische Kirche St. Ulrich und das historische Rathaus von 1532 dar. Der im Renaissance-Stil gestaltete Ratssaal wird heute gern als Trauzimmer genutzt, die historischen Stühle wurden auch schon für Filmaufnahmen auf der Wartburg ausgeliehen. Weiterhin ist Deidesheim für seine Geißbockversteigerung bekannt, die alljährlich am Pfingstdienstag stattfindet und auch in einem modernen Brunnen thematisiert wird. Der Eindrücke noch nicht genug, stand als weiteres Tagesziel der Herrenhof in Mußbach auf dem Programm. Das ehemalige Johannitergut stellt das älteste Weingut der Pfalz dar. Es wurde aufwendig saniert, behergt ein Weinbaumuseum und wird von einer aktiven Fördergemeinschaft mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen belebt.

 

Der vierte Tag der Reise war ganz einer Rundfahrt durch die malerischen Orte und Landschaften der südlichen Weinstraße gewidmet. Beginnend in St. Martin, einem schnuckeligen Fachwerkörtchen, ging es weiter zur Villa Ludwigshöhe, dem ehemaligen Sommersitz von Ludwig I. von Bayern. Nach einem Mittagsbuffet am Bus am Rande eines Weinbergs ging es weiter zum Deutschen Weintor, das den südlichen Beginn der Weinstraße markiert und als Wahrzeichen der Pfalz gilt. Mit einem Abstecher nach Wissembourg im Elsass wurde auch noch ein Blick in die französische Nachbarschaft gewagt und damit neben der bayerischen auch an die französische Vergangenheit angeknüpft. Beim Durchqueren des Pfälzer Waldes wurde deutlich, warum er als größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands gilt. Bei einem Besuch in Deutschlands zweitgrößtem Weinanbaugebiet darf natürlich eine Weinprobe nicht fehlen. Diese fand am letzten Abend der Reise im Weingut Nägele am Fuße des Hambacher Schlosses statt und ging dann nahtlos in den Abschlussabend der Landkreisreise über. Der Abschlussabend stand dieses Jahr unter einem besonderen Zeichen, weil es sich bereits um die zehnte Landkreisreise handelte und einige Mitreisende bereits für ihre zehnmalige Teilnahme geehrt werden konnten.

 

Der letzte Tag der Reise hielt dann noch eine Überraschung in Form eines Besuches auf einem Apfelhof in Meckenheim bereit. Auf kleinen Obst-Wägelchen, von einem Traktor gezogen, ging es mit dem Apfelbauern direkt in die Apfelanlage. Nach viel Wissen über den Weinanbau in den vergangenen Tagen erhielten die Gäste nun auch noch zahlreiche Informationen über den Anbau und die Verarbeitung von Äpfeln. Mit Äpfeln, Apfelchips oder Apfelsecco im Gepäck traten dann alle die Heimfahrt in den Landkreis Cham an, wo sie sicherlich viel zu erzählen hatten.

 

Bereits zum zehnten Mal ging der Landkreis Cham im Jahr 2015 auf Reisen. 2006 wurde die Initiative durch die drei Reisebüros Wolff, Furth im Wald, Pfeifer, Waldmünchen, und Salfetter, Roding, in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Cham aus der Taufe gehoben. Seitdem hat jedes Jahr eine größere Reisegruppe aus dem Landkreis Städte, Landschaften und Sehenswürdigkeiten in ganz Deutschland besucht. Ein besonderes Merkmal der „Landkreisreisen“ war neben der hervorragenden Organisation immer die angenehme Atmosphäre in einer fröhlichen Reisegesellschaft. Begleitet wurde das abwechslungsreise Programm meist durch strahlenden Sonnenschein und angenehme Temperaturen, was die Stimmung der Reisenden noch zusätzlich steigerte.